Aachen: Kurzkritik: Sexlockstoffe beim Aachener Kunstverein

Aachen: Kurzkritik: Sexlockstoffe beim Aachener Kunstverein

Stellen Sie sich vor, Sie sind zu einer Vernissage eingeladen, aber es gibt nichts zu sehen. Und der Galerist erklärt: „Kommen Sie in drei Wochen wieder, dann hängt alles. Heute können Sie sich schon einmal vorstellen, wie die Ausstellung aussehen könnte.“ So macht es der Neue Aachener Kunstverein (NAK), der heute um 19 Uhr sein Projekt „Good Things Come To Those Who Wait“ (Gute Dinge erreichen jene, die warten können) mit der polnisch-deutschen Künstlerin Patrycja German eröffnet.

Die kündigt zwei viel versprechende Performances an — mit männlichen und weiblichen Sexualduftlockstoffen aus einem amerikanischen Labor, die im ganzen Raum versprüht werden und die Besucher in Erregung versetzen sollen.

Aber erst am 1. und am 15. Februar, 19 bis 22 Uhr. Heute Abend will sich die Künstlerin lediglich schweigend unter den Besuchern tummeln. Die heiß machenden Pheromone schlummern derweil in Vitrinen an der Wand (Bild) und sind nur zu betrachten. Der Kunstfreund soll sich nun vorstellen, welch Aufregendes die Künstlerin wohl performen wird und vor allem: was die versprühten Sexuallockstoffe bei den Gästen bewirken könnten. Je nachdem, wie stark sich da mancher in seine Fantasie vertieft, könnte das ein orgiastischer Abend werden. Zu sehen sind sonst nur ein paar Pulte, an denen Freiwillige bei der Performance protokollieren sollen, was sie so empfinden. Eine Ausstellung für Masochisten. Bis 2. März, Di.-So. 14-18 Uhr, Passstraße 29.