1. Kultur

Oberhausen: Kurzfilmtage Oberhausen: Ein Rekord in einem „starken Kurzfilmjahr”

Oberhausen : Kurzfilmtage Oberhausen: Ein Rekord in einem „starken Kurzfilmjahr”

Die Organisatoren der Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen hatten Arbeit wie noch nie zuvor in der Geschichte des Festivals. 7300 eingereichte Beiträge aus 140 Ländern mussten für die 64. Auflage des renommierten Festivals angesehen werden. Aus diesem Rekordangebot werden nun über 500 Filme aus 64 Ländern vom 3. bis 8. Mai gezeigt.

„Bei der Sichtung hat sich herausgestellt, dass das Potential des Kurzfilms optimal genutzt wurde”, sagte die Leiterin des Internationalen Wettbewerbs, Hilke Doering am Mittwoch. „In kurzer Zeit werden komplexe Geschichten erzählt.” Das Niveau der eingereichten Arbeiten sei sehr zufriedenstellend, lobten die Organisatoren und sprachen von einem „starken Kurzfilmjahr”.

Die Produktionen konkurrieren um Preise im Gesamtwert von 42.000 Euro. Höhepunkt des Festivals ist die Verleihung des Großen Preises der Stadt Oberhausen, der mit 8000 Euro dotiert ist. Die gezeigten Filme variieren in der Länge von wenigen Minuten bis zu einer dreiviertel Stunde. So ist der kürzeste Film, der im internationalen Wettbewerb gezeigt wird, nur 2,28 Minuten lang.

Im größten und ältesten Wettbewerb des Festivals, dem Internationalen Wettbewerb, werden 53 Arbeiten aus 33 Ländern vorgestellt. Der Film „Maniküre” aus Ägypten beschäftigt sich beispielsweise in nur 13 Minuten mit einem Schönheits-Salon, in dem junge Männer älteren Frauen die Nägel pflegen.

Viele Regisseure selbst vor Ort

„Die Gegensätze zwischen Arm und Reich, zwischen Männern und Frauen werden aufgegriffen”, erklärte Doering, die noch einmal auf das Besondere an den Oberhausener Kurzfilmtagen hinwies: „Es sind fast alle Regisseure vor Ort und stellen ihre Filme selber vor. Das Publikum kann in Kontakt mit den Filmemachern treten.” Ein solches Erlebnis könne kein Tablet und auch kein Fernseher bieten, das gehe nur auf einem Festival.

Im Deutschen Wettbewerb werden 23 Filme gezeigt. 14 davon sind Weltpremieren. Der Leiter des deutschen und des nordrhein-westfälischen Wettbewerbs, Carsten Spicher, konnte weder Trends noch Tendenzen aufzeigen. „Die Filme sind sehr unterschiedlich ausgefallen”, sagte er. Auffallend sei allerdings, dass gerade aus Deutschland viele frei produzierte Filme im Wettbewerb gezeigt würden, sagte Spicher.

Die großen Filmhochschulen seien hingegen nur mäßig vertreten. Bei dem beim Publikum beliebten NRW-Wettbewerb seien deutlich mehr Spielfilme als beim Deutschen Wettbewerb vertreten. Nordrhein-Westfalen habe es geschafft, Filmemacher zu halten, lobte Spicher. Seien früher viele Künstler „dem Reiz von Berlin” erlegen, blieben inzwischen viele dem Bundesland treu.

(dpa)