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Aachen: Kurpark Classix: Kazem Abdullah und der nächste Kracher

Aachen : Kurpark Classix: Kazem Abdullah und der nächste Kracher

Klar, die Kracher der achten Kurpark Classix sind Roger Hodgson und Max Herre! Dass der weltbekannte Gründer der Pop-Rock-Band Supertramp und der angesagte deutsche Hip-Hopper beim Musik-Festival im Aachener Kurpark als Star-Gäste singen werden, ist schon länger bekannt — und der Vorverkauf läuft auf Hochtouren.

Daher hatten die Macher des Open-Air-Konzertreigens vom 29. August bis zum 1. September bei der Vorstellung des kompletten Programms am Mittwoch keine Sensationen mehr zu verkünden.

Doch am Rande offenbarte Aachens Generalmusikdirektor Kazem Abdullah dann doch noch einen Kracher: Bei der „amerikanischen Nacht“ mit Melodien aus seiner Heimat wird der 34-Jährige im Park auch die Sinfonischen Tänze aus der „West Side Story“ dirigieren — und zwar als „Vorgeschmack“ auf die nächste Saison am Theater Aachen. Denn mit Leonard Bernsteins weltbekanntem Musical wird er im September in die Spielzeit starten.

Aber langsam! Zuerst erklingen ja mal die Kurpark Classix im Grünen — für das Theater sei dieses „Event mitten in der Stadt eine Art erste Spielzeiteröffnung“, sagte Intendant Michael Schmitz-Aufterbeck. Er hoffe, dass die locker-luftige „Klassik ohne Schwellenangst“ auch Lust auf einen Theaterbesuch macht und lobte die erfolgreiche Kooperation mit Veranstalter Christian Mourad. „Ohne das Sinfonieorchester sind die Kurpark Classix völlig undenkbar“, betonte Mourad.

Denn bei vier der insgesamt fünf Konzerte werden die Aachener Sinfoniker spielen, drei davon unter der Leitung ihres Chefs. Abdullah dirigiert neben der „amerikanischen Nacht“ mit dem Wiener Klarinettisten Andreas Ottensamer zum Auftakt einen Opernabend mit Melodien von Puccini bis Leoncavallo. Das bedeutet: „viel Liebe — und mit der Liebe kommt das Drama“, erläuterte Abdullah lächelnd. Singen werden die Sopranistin Emily Newton, die in Aachen als Leonore in „Fidelio“ beeindruckte, und der Tenor Chris Lysack, der als Prinz in „Rusalka“ gastierte und ab kommender Saison fest zum Ensemble gehören wird. Zum Zauberstab wird Abdullahs Taktstock beim Familienkonzert mit dem Fernsehmoderator Malte Arkona, mit Magiern und Hexen: „Hokus, Pokus, Musikus“!

Ebenfalls in Begleitung des Aachener Orchesters wird der Songwriter und Sänger Roger Hodgson (64) mit seinem charakteristisch hochgetunten Tenor Welthits anstimmen — wie schon bei seinem umjubelten Kurpark-Konzert im Jahr 2009. Der Dirigent wird noch bekanntgegeben. Abdullah steht nicht am Pult, weil ihn Proben hindern, sagt er — nicht etwa weil er Supertramp nicht möge. Im Gegenteil: „Ich freue mich, auch ein Konzert als Zuhörer zu genießen!“

Das 20-köpfige Kahedi Radio Orchestra wird Wortakrobat Max Herre (40) mitbringen — und seine Frau, die Sängerin Joy Denalane. Macher Mourad hofft, mit diesem Top-Act auch neue Zuschauergruppen anzusprechen, vielleicht auch jüngere? Knapp 15.000 Musikfans strömten im Vorjahr zur Monheimsallee. Diesen Rekord will er toppen. Schon 4000 Karten seien verkauft — allein 2.300 für Hodgson. Bis zu 6.000 fänden bei seinem Konzert auf Stühlen und Wiesen Platz. Für einen Ansturm wie 2013 bei Joe Cocker sei man diesmal besser gerüstet. Damals hatte es Unmut gegeben, weil das gewohnte Picknick-Flair fehlte. Besucher mussten Stühle beim Einlass überraschend abgeben. Sollte der Andrang diesmal auch riesig sein, werde es rechtzeitig entsprechende Infos über Presse und Internet geben, betont Mourad. „Die Sicherheit der Zuschauer geht vor.“