Aachen: Kunstpreis Aachen an die Künstlerin Paulina Olowska verliehen

Aachen: Kunstpreis Aachen an die Künstlerin Paulina Olowska verliehen

Viel Aufhebens machte Brigitte Franzen an ihrem letzten Arbeitstag nach fast sieben Jahren als Direktorin des Aachener Ludwig Forums nicht. „Ich bleibe dem Haus ja verbunden“, sagte sie nach ihrem Dank an Mitarbeiter und Weggefährten — als geschäftsführender Vorstand der Peter und Irene Ludwig Stiftung soll das so sein.

Doch Franzen stand am Sonntag auch gar nicht im Mittelpunkt im Forum, sondern Paulina Olowska. Die polnische Künstlerin wurde für ihre Arbeit mit dem Kunstpreis Aachen 2014 geehrt. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung, die von Ernst Höhler, Vorsitzender des Vereins der Freunde des Ludwig Forums, überreicht wurde, ist mit einer Einzelausstellung verbunden, die bis zum 20. September im Forum an der Jülicher Straße zu sehen ist. Dass Olowska für das Projekt unter dem Titel „Needle/Nadel“ Skulpturen und Malerei geschaffen hat, die die Geschichte des Gebäudes aufgreifen, ist Teil ihres Selbstverständnisses als Künstlerin. Warum das so ist, erklärten die Kuratorin der Ausstellung, Julia Küchle, und Sabine Breitwieser, Direktorin des Museums der Moderne in Salzburg als Sprecherin der Jury.

Olowska geht es in ihrer Kunst immer um die Bedingungen industrieller und künstlerischer Produktion, um Rollenzuschreibungen von Frauen als Arbeiterin, Hausfrau, Heilige oder erotische Ikone und um die Neuinterpretation von Gegenständen der Alltagskultur aus zurückliegenden Jahrzehnten. Aber wie immer gilt auch hier: Hingehen und anschauen ist besser als erklären lassen.

Der Kunstpreis Aachen wird alle zwei Jahre einem bildenden Künstler verliehen, dessen Arbeiten der internationalen Kunstszene nachhaltige Impulse geben. Vorherige Preisträger waren Phyllida Barlow und Pawel Althamer.

(hjd)
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