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Aachen: Kunsthaus NRW: Junge Künstler hinterfragen die Bildmedien der Gegenwart

Aachen : Kunsthaus NRW: Junge Künstler hinterfragen die Bildmedien der Gegenwart

Drei junge Künstler in ihren 30ern setzen sich mit den Bildmedien der Gegenwart — Fotografie und Computer — und unseren Sehgewohnheiten auseinander, indem sie auf unterschiedliche Weise Verfremdungen erschaffen, die mit den Mitteln von Computer und Bildbearbeitung möglich sind.

Unter dem Motto „Fragen an das Medium“ präsentiert das Kunsthaus NRW in Kornelimünster im Kontext seiner aktuellen Sammlungspräsentation „21.“ insgesamt sechs junge Künstler aus Nordrhein-Westfalen. Den Auftakt macht eine kleine Schau mit Arbeiten von Sabrina Fritsch, Anna Vogel und Matthias Wollgast.

Sabrina Fritsch: Die Kölner Künstlerin ist mit Leinwandarbeiten vertreten, deren Technik bei näherem Hinsehen viel mehr als bloße Oberflächen zeigen. Durch plastischen Farbauftrag und Überlagerungen verschiedener Materialien ergeben sich aus vordergründigen Schachbrettmustern und digitalen Zeichen überraschende dreidimensionale Effekte. Eine neue Definition des (eigentlich verpönten) Musters in der künstlerischen Darstellung.

Anna Vogel: Die Düsseldorfer Künstlerin, die unter anderem bei Andreas Gursky studiert hat, liebt die Verfremdung: Neben Fotografien mit gesprühten Farbwolken zeigt sie in Kornelimünster erstmals fünf großformatige, feinst gezeichnete Bilder von großer plastischer Wirkung. In minuziöser Handarbeit entstehen Farbverläufe und Schattierungen, die die Bilder in visuelle Schwingung versetzen. Fotografie oder Zeichnung — wer weiß das schon so genau?

Matthias Wollgast: Die Installation des Düsseldorfer Künstlers setzt sich mit dem klassischen Museumsshop auseinander: Verkaufstheke, Kataloge, Postkarten. Doch was der Betrachter hier vorfindet, ist — Überraschung! — ein ganz und gar gefakter Kunstkosmos. Kreiert mit den digitalen Möglichkeiten von Photoshop zeigen die Kataloge das Werk eines fiktiven Künstlers, der in den 70er Jahren Bikinimuster mit Mustern von griechischen Vasen verglich. Die Postkarten zeigen entsprechend bunte Werke, die Wollgast am Computer geschaffen hat. Ein intelligentes und ironisches Spiel mit der Wirklichkeit, das Wollgast auf allen Ebenen beherrscht. Die Frage „Was ist Kunst?“ oder „Wer shoppt hier wie und was?“, lässt sich eben nicht so leicht beantworten.