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Aachen: Kunst aus dem Bauch heraus: Herbert Falken

Aachen : Kunst aus dem Bauch heraus: Herbert Falken

Zunächst fand Herbert Falken keinen Gefallen an einer Ausstellung. Denn in den vergangenen Jahren hat sich der Aachener Künstler aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Doch die enge Verbundenheit mit der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen konnte ihn umstimmen. Schließlich präsentiert der Theologe dort schon seit den 50er Jahren seine Werke. Und der Anlass ist diesmal ein ganz besonderer.

Zum 70. Geburtstag des Künstlers Herbert Falken

Der kritische Kopf, der seine künstlerische Arbeit nie von der katholischen Kirche vereinnahmen lassen wollte, feiert am 11. September seinen 70. Geburtstag.

So sind im August-Pieper-Haus, Leonhardstraße 18-20, ab heute Zeichnungen Falkens zu sehen, die um 1990 entstanden: Studien zu Werken Michelangelos (den Sklaven vom Juliusgrabmal und der Pietà Rondanini) sowie zum Aachener Dom.

Vorlagen, die ihn persönlich berühren. „Ich habe mich identifiziert mit den Sklaven und mit der Pietà”, erzählt er. Und: „Ich schwärme für den Dom”.

Die Nähe zu den Objekten wird deutlich, wenn Falken seinen Schaffensprozess schildert: „Ich habe das auf dem Boden liegend aus mir heraus fließen lassen. Ganz aus dem Bauch heraus.” Körper-Arbeit in der hautnahen Konfrontation mit der Vorlage.

Ob in Florenz, wo er „wie ein Wilder gearbeitet hat” oder in der Aachener Domschatzkammer, in die er sich sogar nachts alleine einschließen ließ - und flott drei Skizzenbücher füllte. „Das war für mich ein Fest”, lächelt Falken.

Sein Schaffensdrang lässt nicht nach

Mit den großformatigen Michelangelo-Studien berührt er die Grenzen der Darstellbarkeit: Der Zeichner „übersetzt” die plastischen Marmor-Rundungen der Skulpturen auf das zweidimensionale weiße Papier. Mit schwarzen Kohlestrichen, dynamisch und expressiv.

Und mit religiöser Bedeutung. „Ihm gelingt es, mit seiner eigenen weltlichen Formensprache Religiöses, etwa die Idee der Erlösung, darzustellen”, kommentiert Akademie-Dozent Horst Dieter Rauh, die „Meditationsbilder”.

Trotz seiner Herzkrankheit lässt Falkens Schaffensdrang nicht nach. Zurzeit arbeitet er an verschiedenen Büchern, einige Großformate sind ebenfalls entstanden. Aber: „Das möchte ich jetzt noch nicht der Öffentlichkeit zeigen”, sagt Falken bestimmt. Vielleicht ja zum Achtzigsten?

Ausstellungseröffnung: 23.8.2002, 19 Uhr. Geöffnet bis 6. Oktober: Mo - Fr 9 - 20 Uhr, Sa 14 - 20 Uhr, So 10 - 13 Uhr. Info: 0241/479960.