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Aachen/Düsseldorf: Kunst-Abzug aus Kornelimünster: Stadt Aachen wehrt sich

Aachen/Düsseldorf : Kunst-Abzug aus Kornelimünster: Stadt Aachen wehrt sich

Aachen wehrt sich gegen Pläne der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die Sammlung „Kunst aus NRW” aus der Abtei Kornelimünster abzuziehen.

„Wir fordern das Land auf, diese wichtige Kultureinrichtung hierzulassen und auch zu stärken”, sagte Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden (SPD) der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Wir lassen uns nicht einfach einen Standortfaktor wegnehmen.”

Ende November hatte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) erklärt, die seit 1976 in Kornelimünster bei Aachen beheimatete Landessammlung möglicherweise zum Bestandteil eines Kunstzentrums mit Nachlass-Archiv und Restaurierungswerkstätten in Brauweiler bei Köln zu machen.

Die vor allem durch Förderankäufe des Landes seit 1945 geschaffene Sammlung mit ihren 3300 Bildern und Skulpturen umfasst wichtige Frühwerke heute bedeutender Künstler wie Richter, Uecker oder Polke ebenso wie aktuelle Erwerbungen junger Künstler aus NRW. Etwa 1000 Werke dienen dem Schmuck von Ministerien, der Staatskanzlei und der Landesvertretungen in Brüssel und Berlin.

Es sei die „Pflicht des Landes”, die auf das Mittelalter zurückgehende Abtei Kornelimünster in ihrem Besitz als „historisches Kleinod” angemessen zu nutzen und nicht etwa „als Hotel oder für eine sonstige Nutzung umzuwidmen”, betonte der Aachener Oberbürgermeister. Zwar habe ihm NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff erklärt, der Umzug nach Köln sei zunächst nur eine Idee: „Aber wir sind jetzt schon alarmiert”.

Linden erinnerte daran, dass die Abtei im vergangenen Jahrzehnt für rund 15 Millionen Euro renoviert worden sei. Die Stadt Aachen sei bereit, etwa beim Marketing und anderen Museumsaktivitäten der mit geringen Finanzmitteln ausgestatteten NRW-Sammlung Hilfe zu leisten. Die rund 13.000 jährlichen Besucher müssten vor dem Hintergrund stark eingeschränkter Öffnungszeiten in dem von nur zwei hauptamtlichen Kräften betreuten Haus gesehen werden, betonte Aachens Oberbürgermeister.

Sammlungs-Leiterin Maria Engels sagte, ihr sei die Rolle der Sammlung in dem künftigen Kunstzentrum vor den Toren Kölns noch unklar: „Ich sehe uns da noch nicht, das hat uns bisher auch noch niemand erklärt.” Wer etwas für die Künstler in NRW tun wolle, „der sollte auch unseren Standort stärken”. Dies sei in Kornelimünster mit wenig Aufwand möglich.