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Würselen: Künstlerkino im Metropolis: Dokumentation über Max Ernst

Würselen : Künstlerkino im Metropolis: Dokumentation über Max Ernst

Die Collage ist eine der wichtigsten Techniken, derer sich der Künstler Max Ernst (1891 — 1976) für zahlreiche seiner Bilder bedient hat. Und tatsächlich wirkt es wie eine Reverenz an den großen Surrealisten, dass der Filmregisseur Peter Schamoni seine Dokumentation „Mein Vagabundieren — meine Unruhe“ über Max Ernst ebenfalls mit dieser Technik gestaltet hat: als Collage.

Der Film, der zum 100. Geburtstag des Künstlers im Jahr 1991 entstanden ist, bildet den Auftakt einer kleinen Reihe von außergewöhnlichen — und preisgekrönten — Künstlerporträts sowie an das Leben von Künstlern angelehnten Spielfilmen, die das Würselener Metropolis-Kino zusammen mit dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) in den kommenden Monaten zeigen wird. Schamonis Dokumentation ist dort schon heute Abend zu sehen.

Schamoni (1934 — 2011) hat das Leben mehrerer Künstler filmisch nachgezeichnet, darunter das von Friedensreich Hundertwasser, Niki de Saint Phalle und Fernando Botero. Max Ernst, mit dem er ab 1963 befreundet war, widmete er gleich fünf Filme. In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte er einmal, Max Ernst habe sein Leben „wesentlich bestimmt“.

In „Mein Vagabundieren — meine Unruhe“ zeichnet Scha­mo­ni mit Interviewschnipseln, Fundstücken wie etwa einem Kurzfilm, in dem Ernst 1930 für Stühle wirbt, Dokumentarfotos und nachgedrehten Aufnahmen von wichtigen Schauplätzen das Leben und Schaffen Ernsts in einem abwechslungsreichen 100-minütigen Porträt nach. Zu Wort kommen Ernst selbst, zwei seiner insgesamt vier Ehefrauen, Peggy Guggenheim und Dorothea Tanning, sein Sohn Jimmy Ernst, aber auch Künstlerkollege und Freund William Copley sowie Max-Ernst-Experte Werner Spies. Es ist ein besonderer Film über einen besonderen Künstler, der Schamoni 1992 den Bayerischen Filmpreis für den besten Dokumentarfilm einbrachte.

(chr)