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Kunstmuseum Bonn: Künstler schon früh vom dritten Geschlecht inspiriert

Kunstmuseum Bonn : Künstler schon früh vom dritten Geschlecht inspiriert

Das dritte Geschlecht - für Künstler war es schon vor vielen Jahrzehnten ein Thema. Eine Ausstellung im Kunstmuseum Bonn zeigt jetzt, wie sie die Zwei-Geschlechter-Ordnung schon früh in Zweifel zogen.

Die Schau umfasst unter anderem Werke von Sigmar Polke, Wolfgang Tillmans, Katharina Sieverding und Jürgen Klauke. Sie konzentriert sich auf Zeichnungen, Drucke und Fotografien, weil diese durch das kleinere Format und den häufig spontanen Gestus besonders geeignet seien für Reflexionen über die eigene Identität.

Die Übersicht beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts mit August Macke. Themen wie Rollenspiele, Maskierungen, Identitätsbefragungen, Faszination für das Androgyne - all das habe es schon damals gegeben, sagte Kuratorin Barbara Scheuermann. „Das Großartige an Kunst ist ja, dass sie die Möglichkeit bietet, vermeintlich Gegebenes in Frage zu stellen, Alternativen zur Wirklichkeit durchzuspielen und damit einen anderen Blick auf unsere Welt zu erlauben. Genau hierauf wollen wir aufmerksam machen.“ Vielen Künstlern und Künstlerinnen sei es darum gegangen, erst einmal alles zu durchkreuzen, was als „normal“ unterstellt werde. Ein Schwerpunkt der Schau sind die 70er und 80er Jahre.

(dpa)