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Aachen: Krebs durch Radar: Bundeswehr muss Witwe Rente zahlen

Aachen : Krebs durch Radar: Bundeswehr muss Witwe Rente zahlen

Die Bundeswehr muss der Witwe eines an Radarstrahlen erkrankten und später gestorbenen Bundeswehrsoldaten laut einem Urteil Rente bezahlen.

Der Mann vom Bodenpersonal war nach Angaben des Aachener Sozialgerichts von Mittwoch für die Vor- und Nachkontrolle bei startenden und landenden Starfightern zuständig. Der Mann sei wahrscheinlich durch die erhebliche Strahlenbelastung an Unterkieferkrebs erkrankt und später daran gestorben, befand das Gericht. (S 25 (18) VS 192/07).

Die Frau erhalte die Rente rückwirkend bis zu ihrem Antrag 2001, sagte ein Gerichtssprecher. Obwohl ihr Ehemann 1993 gestorben war, hatte die Frau erst Jahre später den Rentenantrag gestellt, weil ihr da erst der mögliche Zusammenhang zwischen Arbeitsplatz und Erkrankung bekanntgeworden war.

Die Bundeswehr hatte nach Gerichtsangaben den Rentenantrag der Witwe unter Hinweis auf einen Bericht der Bundeswehr zu Arbeitsplatzverhältnissen am Radar abgelehnt. Demnach sei das Bodenpersonal keinem Risiko ausgesetzt gewesen.

Das treffe in dem Aachener Fall nicht zu, befand das Gericht. Der Mann habe mehrmals täglich in der Nähe eingeschalteter Radargeräte arbeiten müssen. Außerdem sei er in näheren Kontakt mit Instrumenten gekommen, von denen radioaktive Strahlung ausging.