Monschau: Konstantin Wecker Trio begeistert sein Publikum beim Monschau Festival

Monschau : Konstantin Wecker Trio begeistert sein Publikum beim Monschau Festival

Dass er das Politische bei seinem Konzert im Rahmen des Monschau Festivals nicht ausklammern kann, hatte Konstantin Wecker bereits im Interview mit unserer Zeitung angekündigt. So begann der bekannte Liedermacher sein Konzert auf der Burg auch sogleich mit einigen eindeutigen Aussagen.

Während des Konzertes, bei dem ihn Cellistin Fany Kammerlander und Pianist Jo Barnikel begleiteten, standen allerdings nicht nur politische Songs auf dem Programm. Wecker schlug dabei gern ruhigere Töne an, trug eigene Gedichte vor, wurde nachdenklich.

„Wie hat es so weit kommen können?“ meinte er gleich zu Beginn mit Blick auf die Situation der Gesellschaft. Viele seiner früheren Lieder seien tatsächlich heute wieder aktuell: „Neue Nazis drücken ins deutsche Parlament.“ Doch Wecker ist sich sicher: „Die mit dem Herzen denken, sind in der Überzahl.“ Er glaube an ein „Dagegenhalten mit Poesie“. Auch deshalb sei das Konstantin Wecker Trio bereits seit zwei Jahren mit dem aktuellen Programm „Poesie und Widerstand“ auf Tour.

Fany Kammerlander, die bereits mit Peter Gabriel und mit Deep Purple auftrat, steht seit einigen Jahren mit Wecker auf der Bühne. „Ich bin von der hervorragenden Cellistin schon lange begeistert“, schwärmt der Liedermacher. Mit Jo Barnikel „musiziere ich bereits seit 25 Jahren“, sagte Wecker. „Er ist einfach der Beste!“

Mit Liedern wie „Novalis“ und „Lass mich einfach nicht mehr los“ begeisterte das Konstantin Wecker Trio in der besonderen Atmosphäre der Monschauer Burg sein Publikum. Wenn Wecker Texte wie „Der Baum singt“ und „Gelebtes Leben“ vortrug, sorgten die Musiker für stimmungsvoll untermalende Klänge. Nach dem im Duett mit Fany Kammerlander gesungenen „Weil ich dich Liebe“ und „Gefrorenes Licht“, das Wecker seinem toten Freund Hans-Peter Dürr widmete, schlug das Trio zunächst wieder sanftere Töne an.

Wecker erzählte erstaunlich offen von der Zeit, in der er wegen Drogenkonsums verurteilt worden war. Während der Verhandlung habe der Richter sogar Weckers Lied „Der Herr Richter“ auswendig vorgetragen.

Gedanken an den Vater

Von den Burgmauern aus klangen die Melodien in die dunkle Nacht hinaus — das Publikum war begeistert und sparte nicht mit Applaus — unter anderem bei einem Einspieler aus „La Traviata“, bei dem man den jungen Konstantin Wecker hören konnte — eine Überraschung. Hierzu passte „Für meinen Vater“. Er habe ihn in seiner Kindheit maßgeblich musikalisch beeinflusst, erinnerte sich Wecker. Nach diesem Lied herrschte für einen Augenblick gerührtes Schweigen auf der Burg. Mit dem Blues „Wehdam“ hob sich die Stimmung des Publikums allerdings wieder sehr schnell.

Politisch wurde es erneut zum Ende des Konzertes: Wecker hatte „Die weiße Rose“ und „Ich habe einen Traum, wir öffnen die Grenzen“ ausgewählt und mahnte: „Der Nationalsozialismus darf niemals vergessen werden, weil er zeigt, zu welchen Schrecklichkeiten Menschen fähig sind.“

Nachdem das Trio mehrere Zugaben gespielt hatte, wechselte Wecker von der Bühne in den Zuschauerraum, wo er mitten unter seinen Fans weitersang. Mit „Buonanotte Fiorellino“ verabschiedeten sich die drei Künstler schließlich. „Es ist ein Geschenk, so ein Publikum zu haben, dass einem drei Stunden bei seinen Gedichten zuhört“, meinte Wecker. Die Zuschauer antworteten mit Standing Ovations.

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