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Köln: Kompromittierende Fotos: Hacker plündern PC einer jungen Frau

Köln : Kompromittierende Fotos: Hacker plündern PC einer jungen Frau

Die Ermittler des Kriminalkommissariats 35 (Computerkriminalität) haben zwei 19-Jährige „dingfest gemacht”, die fremde Computer ausspioniert und deren Daten im Internet veröffentlicht haben.

Neben möglichen zivilrechtlichen Schadensersatzklagen erwartet das Duo eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Die zwei jungen Männer aus Leverkusen hatten im Februar 2007 den Rechner eines 16-jährigen Mädchens mit einem „Trojanischen Pferd” infiziert. Hierdurch bekamen sie vollen Zugriff auf den PC und luden u.a. Fotos der Geschädigten herunter. Auf den Bildern war die Geschädigte teilweise nur leicht bekleidet zu sehen. Diese Fotos montierten die Straftäter mit unsittlichen Kommentaren zu einem Video zusammen, das sie auf das weltgrößte Videoportal für private Filme hochluden.

Innerhalb weniger Stunden zählte der Ticker über 30.000 weltweite Zugriffe. Die Täter konnten auf Grund der Spuren die sie im „Netz” hinterlassen hatten, durch die Spezialisten des KK 35 ermittelt werden. Sie nutzen ein fertiges Programm (Trojanisches Pferd), das sie sich von entsprechenden Quellen aus dem Internet herunter luden und es nach Konfiguration zielgerichtet einsetzten.

Hierbei war nicht nur die ihnen bekannte 16-jährige Geschädigte Ziel der Spionage, sondern auch „hundert” andere, „fremde Menschen”, von deren Rechnern sie ebenfalls Fotos und andere persönliche Daten wie Lebensläufe, Kalendereinträge, Tagebücher und Briefe stahlen.

Die Taten fanden die 19-jährigen Männer nicht spektakulär, hielten es eher für „normal und witzig”. Ihren potenziellen Opfern boten sie das Trojanische Pferd häufig über ein Instant-Messaging-Programm (Chat-Programm) als „tolles Foto” an. Mit dem Bestätigungsklick des Empfängers auf die Datei war das Schadprogramm aktiv und die Täter konnten über den Rechner und die darauf gespeicherten Dateien verfügen: „Manchmal habe ich die Leute nur geärgert und das CD-Laufwerk ihres Rechners aufgemacht oder den Taschenrechner gestartet ... meistens habe ich aber Fotos runter geladen!”, teilte einer der Heranwachsenden mit.

Die Polizei Köln weist auf fünf Grundregeln für jeden Internetnutzer hin:

- Niemals mit Administratorenrechten „surfen” (Systemupdates sind „erlaubt")
- Niemals ohne Antivirenprogramm in das Internet gehen
- Niemals ohne Firewall online gehen
- Täglich Antivirenprogramm und Firewall sowie das Betriebssystem mit Updates versorgen
- Vorsicht schon bei der Annahme von Anhängen (bei eMails) oder Dateien (z.B. bei Chat-Programmen)