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Alsdorf: Koks aus der Karibik

Alsdorf : Koks aus der Karibik

32 Jahre ist der türkischstämmige Angeklagte alt. Seit seiner Jugend, berichtete er am Dienstag vor der 8. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts, ist er abhängig.

Um seine Sucht zu finanzieren, stieg er nach einer Haftentlassung im Jahr 2002 wieder ins Dealergeschäft ein: „Da hab ich eine Linie gezogen und ich war dabei”, erklärte er Richter Harald Brandt kumpelhaft.

Der Alsdorfer, der den griechischen Alias-Namen „Johannes Evangelos” trug und im niederländischen Landgraaf eine Verteilerwohnung besaß, beließ es nicht beim Kleinverkauf, er wollte höher hinaus. So baute er eine „Karibik-Connection” zu den Ferienidyllen Aruba und Cura?ao auf. Laut Anklage besorgte er die Drogenkuriere und stellte die Verbindung zu einheimischen Dealer-Ringen her. Das Kokain kam mit den Kurieren in verschluckten „Bodypacks”, die Päckchen mussten in seiner Wohnung „wieder ausgeschieden” werden.

Die „Sache mit dem Schönheitschirurgen” auf Aruba allerdings klappte nicht. Zwei Frauen versuchte er mit Geld und Urlaub zu überreden, sich in der Karibik je ein Implantat mit einem Kilo Koks einoperieren zu lassen und damit zurückzufliegen. Sie lehnten beide ab.