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Düsseldorf: Kofferbomberprozess zieht sich bis in den Herbst hinein

Düsseldorf : Kofferbomberprozess zieht sich bis in den Herbst hinein

Der sogenannte Kofferbomberprozess vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) wird sich bis in den Herbst hineinziehen. Ein Gerichtssprecher sagte am Dienstag, der Richter habe Termine bis Ende September festgelegt.

Bis dahin sollen noch zwei psychiatrische Sachverständige als Zeugen gehört werden. Die beiden Experten sollen zur Schuldfähigkeit, zum Lebensweg und der persönlichen Entwicklung des Angeklagten Stellung nehmen. Außerdem hat das Gericht eine Islam-Wissenschaftlerin vorgeladen.

Der vorläufig letzte Verhandlungstermin sei auf den 30. September festgelegt worden, sagte der Sprecher. Es sei allerdings möglich, dass sich das Verfahren durch neue Anträge der Verteidigung noch weiter verzögern könnte. Erst in der vergangenen Woche hatten die Anwälte des mutmaßlichen Kofferbombers einen Befangenheitsantrag gegen den Richter gestellt.

Nächster Verhandlungstag in Düsseldorf ist am 17. Juni. Dann will das Gericht einen Polizeibeamten als Zeugen hören. In dem Prozess vor dem OLG muss sich der 23 Jahre alte Youssef el-Hajdib wegen versuchten Mordes und versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion verantworten.

Laut Bundesanwaltschaft soll er am 31. Juli 2006 im Kölner Hauptbahnhof gemeinsam mit seinem Komplizen Jihad Hamad zwei Sprengsätze in Regionalzügen nach Hamm und Koblenz deponiert haben. Wegen eines Konstruktionsfehlers waren die Kofferbomben nicht explodiert.

Im Dezember vergangenen Jahres war der im August 2006 in Kiel festgenommene el-Hajdib für den versuchten Anschlag von einem libanesischen Gericht in Abwesenheit zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Der im Libanon gefasste Hamad erhielt dort zwölf Jahre Haft. Sein Urteil ist inzwischen rechtskräftig.