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Düsseldorf: „Kofferbomber” diskutierten auch Anschlag auf Brücke

Düsseldorf : „Kofferbomber” diskutierten auch Anschlag auf Brücke

Die „Kofferbomber” von Köln sollen zunächst auch über einen Anschlag auf eine Brücke über den Rhein oder den Main diskutiert haben.

Auf dem Handy des im Libanon verurteilten Kofferbombers Jihad H. sei ein Foto einer Rheinbrücke entdeckt worden, berichtete ein Ermittler des Bundeskriminalamts am Freitag als Zeuge im Düsseldorfer Kofferbomber-Prozess. In seiner Polizeivernehmung in Beirut habe Jihad H. ausgesagt, sie hätten eine Brücke als Ziel für einen Anschlag erörtert, die Idee aber fallen gelassen, weil sie nicht in der Lage gewesen seien, die erforderliche Sprengkraft zu erzeugen, sagte der 42-jährige BKA-Kommissar, der bei der Vernehmung in Beirut anwesend war.

In seiner späteren richterlichen Vernehmung sei Jihad H. allerdings von dieser Aussage abgerückt und habe sie auch in anderen Punkten abgeschwächt. Allerdings habe der Libanese mehrmals ausgesagt, dass es ihr Ziel gewesen sei, möglichst viele Menschen zu töten.

Der in Düsseldorf angeklagte Youssef El H. habe ihm sogenannte Fatwas - islamische Rechtsgutachten - im Internet gezeigt, die solche Anschläge rechtfertigten. Für einen Anschlag in einem Regionalexpress habe man sich schließlich entschieden, weil dieser auch im Gegensatz zu einem WM-Stadion bessere Fluchtmöglichkeiten bot. Der Prozess wird fortgesetzt.