Aachen: Körper und Köpfe: Beatrix Sassen und Hede Bühl in Kornelimünster

Aachen: Körper und Köpfe: Beatrix Sassen und Hede Bühl in Kornelimünster

Beide lernten in den 60ern bei Joseph Beuys, beide haben die Bildhauerei als Schwerpunkt, beide wurden früh durch „Kunst aus NRW” gefördert. Inzwischen arbeiten sie sogar in derselben Straße in Düsseldorf, besuchen sich in ihren Ateliers. Aber eine gemeinsame Ausstellung hatten sie bislang nicht. Das ändert sich jetzt.

Ab Samstag stellen Beatrix Sassen und Hede Bühl in der ehemaligen Reichsabtei in Aachen-Kornelimünster Skulpturen und Bilder aus.

Beide haben sich in ihrem Schaffen weitestgehend der menschlichen Figur verpflichtet, da hören die Gemeinsamkeiten aber auch auf. Bei Hede Bühl ist von Beginn an der Kopf Thema. Im Laufe der Jahrzehnte wurde er immer abstrakter. Eine glatte Oberfläche, eine Anmutung einer Nase, keine Augen, keine Lippen. Und doch kann man sie erahnen. Nur in einer kurzen Phase hat Bühl die perfekte Oberfläche ihrer Güsse aufgerissen - bei „Bocca” im Eingangsbereich zu sehen.

Der Ansatz von Beatrix Sassen ist spielerischer und emotionaler. Dias einer Indienreise ihrer Künstlerkollegin hat sie etwa zu einer Mädchenskulptur aus Holz inspiriert. Die Gesichtszüge ähneln aber einem Kind aus ihrer Familie. Köpfe von Familienmitgliedern finden sich auch nebenan wieder.

Sassen war mit 16 Jahren die Jüngste an der Akademie, mit 19, sagt sie, hätte sie den ganzen Kunstrummel schon satt gehabt. Beuys sei ihr zu dominant gewesen, deshalb habe sie erst einmal etwas anderes gemacht, in einer Kommune gelebt, drei Kinder bekommen. Nach zehn Jahren fand sie wieder zur Akademie zurück.

Was sie in den vergangenen Jahren gemacht hat, ist zusammen mit dem Querschnitt durch das Schaffen von Hede Bühl bis zum 31. Oktober in Kornelimünster zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs 10 bis 13 und 15 bis 17 Uhr, samstags 15 bis 18 Uhr, sonntags 12 bis 18 Uhr.