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Köln: Kölner Zoo bereitet erste Elefantengeburt vor

Köln : Kölner Zoo bereitet erste Elefantengeburt vor

Seit Ende Dezember hält die Elefantenkuh „Khaing Lwin Htoo” den Kölner Zoo in Atem. Der Grund: Die Elefantendame mit dem übersetzten deutschen Namen „Sonniger Strauß” ist hochträchtig.

„Vorige Woche hatte sie sehr starke Wehen, da dachten wir, es geht los”, sagt Zoo-Kurator Theo Pagel. Um die Geburt zu beschleunigen, wurde ihr am 27. Dezember mit einem Narkosegewehr ein Wehen treibendes Mittel verabreicht. Doch der Elefantennachwuchs lässt auf sich warten.

Dennoch ist das Zoo-Personal gerüstet: „Wir haben Nachtwachen eingerichtet”, sagt Pagel. Per Monitor überwachen die Pfleger Tag und Nacht das Geschehen um die Elefantendame. Derzeit ist sie guter Dinge: „Sie frisst, rennt rum und freut sich ihres Lebens - wie die anderen Tiere auch”, beschreibt der Zoo-Kurator.

Mit der Geburt soll zum ersten Mal ein Elefant im Kölner Zoo das Licht der Welt erblicken. Die 24-jährige Elefantenmutter hat dagegen bereits Erfahrung: Im Jahr 2001 brachte sie den Bullen Aung Bo ( „Eroberer” ) im Zoo in Emmen in den Niederlanden zur Welt, der nun ebenfalls in Köln lebt. Die asiatische Elefantenkuh „Sonniger Strauß” kam im Sommer 2004 bereits trächtig aus Emmen nach Köln und stapft seitdem durch das Elefantengehege im Zoo. „Wir haben mehrere Deckdaten aus Emmen bekommen”, erklärt Pagel.

Dennoch herrscht Unklarheit über den konkreten Geburtstermin: „Der Nachwuchs könnte auch erst im Februar kommen.” Zwar dauere die Tragzeit eines Elefanten etwa 22 Monate, doch gebe es auch Fälle von mehr als 24 Monaten. Der Zoo versucht anhand von Urinproben den Geburtstermin abzuschätzen. „Der Hormonspiegel ist runtergegangen”, sagt Pagel. „Die Geburt rückt immer näher.” Das erwartete Elefantenbaby soll mehr Besucher in den Kölner Zoo locken.

Nach der Geburt der beiden afrikanischen Elefanten „Bongi” und „Kibo” im Wuppertaler Zoo im vergangenen Jahr strömten rund 130.000 Besucher mehr in das Tiergehege als 2004. „Leider gibt es im Moment Streitereien zwischen den Müttern der Jungtiere”, sagt Alexander Sliwa, Kurator des Wuppertaler Zoos. Deshalb müssen die Tierpfleger derzeit je ein Mutter-Kind-Gespann abwechselnd von der Herde trennen.

Ungeachtet der Aufregung um die nahende Elefantengeburt stapfen die Dickhäuter des Kölner Zoos derzeit behäbig durch ihr Freigehege, spielen mit Ästen und Tannenbäumen. Für Besucher jedoch ist das Elefantenhaus geschlossen, die Glastür mit schwarzer Folie zugehängt. „Ich kann das verstehen”, sagt Besucherin Monika Marx aus Bergisch Gladbach. „Wir hätten auch nicht gern so viele Zuschauer bei der Geburt dabei.”