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Köln: Kölner OB erwartet im Moscheebau-Streit Kompromiss

Köln : Kölner OB erwartet im Moscheebau-Streit Kompromiss

Im Streit um den geplanten Bau der Kölner Großmoschee erwartet Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) ein „klares Signal der Dialogbereitschaft” von der Türkisch-Islamischen Union (Ditib) als Bauherrin.

Es sei unzweifelhaft, dass die Moschee gebaut werde, doch über die geplante Dimension und Ausgestaltung bestehe noch „Gesprächsbedarf”, sagte Schramma der Nachrichtenagentur ddp. „Die Ditib ist gut beraten, die Bedenken vieler Bürger bezüglich der Größenordnung der Moschee ernst zu nehmen. Sie sollte deshalb auf die Leute zugehen, um eine höhere Akzeptanz für das Vorhaben zu erreichen”, sagte der Oberbürgermeister.

Schramma verwies auf eine repräsentative Umfrage, wonach eine klare Mehrheit den Bau einer Moschee prinzipiell befürworte, allerdings die bislang geplanten Größe ablehne. Er sei „froh, dass es eine grundsätzliche Bejahung des Moscheebaus gibt”. Dieser sei notwendig, damit die Muslime ihre Religion dort in angemessenem Rahmen ausüben können.

Es gebe aber auch „eine differenzierte Meinung zur Architektur und den Dimensionen”. Schramma sagte, die Ditib sei deswegen am Zug: „Je mehr hier die Bereitschaft zu einer verträglichen, aber auch anspruchsvollen Lösung vorhanden ist, um so eher wird diese Frage für alle zufrieden stellend gelöst werden.”

Nach den ursprünglichen Plänen sollte der Moscheebau im Stadtteil Ehrenfeld viergeschossig werden. Die gegenwärtigen Baupläne sehen einen fünfgeschossigen Bau mit einer knapp 35 Meter hohen Kuppel und zwei 55 Meter hohen Minaretten vor. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Omniquest im Auftrag des „Kölner Stadt-Anzeigers” lehnt eine Mehrheit der Kölner (58 Prozent) den Bau in der geplanten Größe ab. Grundsätzlich befürworten aber mehr als 70 Prozent der Kölner die Errichtung islamischer Gotteshäuser.