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Köln/Düsseldorf: Kölner Gesamtschule vergibt doch Kopfnoten

Köln/Düsseldorf : Kölner Gesamtschule vergibt doch Kopfnoten

Eine Kölner Gesamtschule, die die erstmals vorgeschriebenen Kopfnoten in den anstehenden Zeugnissen noch nicht vergeben wollte, hat laut NRW-Schulministerium eingelenkt.

Nach einem Gespräch mit der Kölner Bezirksregierung am Donnerstag habe die Schulleitung die Erteilung von Kopfnoten für das Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler bereits in den Halbjahreszeugnissen zugesagt, die in der kommenden Woche vergeben werden. Das berichtete ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Schulministeriums am Freitag. Die Gesamtschule war nach Erkenntnissen des Ministeriums die bisher einzige, die die Kopfnoten nicht erteilen wollte und wäre damit zum Präzedenzfall geworden.

Kopfnoten werden vergeben für Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit. Die Kölner Gesamtschule hatte wegen ihrer großen Schülerzahl (1800) und der vielen vertretenen sozialen Schichten erst im nächsten Halbjahr Kopfnoten vergeben wollen. Nur so könnten diese - auch unter Einbeziehung der Schüler-Selbsteinschätzung - möglichst treffend und ausgewogen ausfallen, hieß es.

Das Instrument der Kopfnoten lehnen viele Schulen ab. Einige planen in einer Art stillem Protest, allen Schülern einheitlich dieselben Noten zu geben. Auch die Evangelische Kirche im Rheinland strebt Verbesserungen an. Das Schulministerium verwies drauf, dass die Vergabe von Kopfnoten ab der dritten Klasse im Schulgesetz vorgeschrieben und damit verpflichtend sei. Schulministerin Barbara Sommer (CDU) schließt aber Nachbesserungen nach einer Erprobung des neuen Instruments nicht aus.