Köln: Kölner Dom: Altartafeln kehren nach mehr als 100 Jahren zurück

Köln: Kölner Dom: Altartafeln kehren nach mehr als 100 Jahren zurück

Zwei Altartafeln aus dem 14. Jahrhundert sind nach über 100 Jahren wieder am Klarenaltar des Kölner Doms angebracht worden.

Eine der beiden Mitteltafeln des dreiflügeligen Altars, das „Arma-Christi-Bild”, sei 2002 überraschend in einem Raum des Generalvikariats gefunden worden, sagte Dompropst Norbert Feldhoff am Freitag in Köln. Es galt als Kriegsverlust.

Die andere Altartafel, die die Kreuzigung darstellt, hat eine bewegtere Geschichte: Um 1400 war die Tafel vollständig übermalt worden. Da diese Übermalung später für ein Plagiat gehalten wurde, wurde ab 1907 damit begonnen, sie zu entfernen.

1993 wurde die Kreuzigungsdarstellung in das Rheinische Amt für Denkmalpflege gebracht. Die Restaurierung erwies sich als schwierig, weil die Tafel verschiedene Malschichten nebeneinander zeigte. Der Restaurierungsprozess, der durch den Fund des anderen Bildes beschleunigt wurde, endete im August 2007.

„Es ist ein Altar der Superlative”, sagte Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner. Die beiden restaurierten Leinwandbilder, die auf den originalen Rahmen gespannt sind, seien ihres Wissens die ältesten in ganz Europa. Der Klarenaltar im nördlichen Seitenschiff des Kölner Doms sei zudem vermutlich der älteste Tabernakel-Altar und mit 6,10 Metern Breite der größte dreiflügelige Altar im Rheinland.

Der Altar entstand um 1350 für das Franziskanerinnenkloster Sankt Klara am Römerturm und gelangte 1811 nach der Säkularisation des Klosters in den Dom. Dort diente der Klarenaltar, der heute zu den bedeutendsten Kunstwerken des Kölner Mittelalters zählt, zeitweise als Hochaltar. In der Advents- und der Fastenzeit ist der restaurierte Altar besonders gut zu sehen, weil die drei Flügel geschlossen sind.

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