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Köln: Köln: „Sonderzüge in den Tod” nicht im Bahnhof

Köln : Köln: „Sonderzüge in den Tod” nicht im Bahnhof

Im Kölner RheinTriadem, einem ehemaligen Reichsbahngebäude, ist am Montag die Wanderausstellung „Sonderzüge in den Tod” über die Deportationen im Nationalsozialismus eröffnet worden.

Köln ist der einzige Ausstellungsort, an dem das Projekt des NS-Dokumentationszentrums und der Deutschen Bahn nicht in einem Bahnhof gezeigt wird.

Während der Vorbereitungen hatte es Streit darüber gegeben, ob die Ausstellung in Bahnhöfen gezeigt werden solle. Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte zunächst gesagt, Bahnhöfe seien ungeeignete Orte für ein so ernstes Thema. Die Bahn verständigte sich dann aber mit den Ausstellungsmachern auf ein gemeinsames Konzept, das seitdem von beiden mitgetragen wird.

Nach Münster ist Köln die zweite Stadt in Nordrhein-Westfalen und die sechste in Deutschland, in der die Ausstellung gezeigt wird. Auch in Köln sollte die Ausstellung in einen Bahnhof geholt werden. Doch dort sei „zu viel Trubel” und damit „die Sicherheit nicht gewährleistet”, sagte Susanne Kill, Leiterin der Konzerngeschichte der Deutschen Bahn, am Montag. Mit dem leerstehendem Gebäude am Kölner Konrad-Adenauer-Ufer sei nun ein historisch interessanter Ausstellungsort gefunden worden.

Die Schau zur Deportation der Juden mit den Zügen der Deutschen Reichsbahn ist in enger Zusammenarbeit mit dem Centrum Judaicum, dem Deutschen Technikmuseum Berlin und der Journalistin Beate Klarsfeld entstanden. Sie soll die Rolle der Reichsbahn im Holocaust dokumentieren. Im Mittelpunkt steht das Leid der deportierten jüdischen Kinder. „Wir wollen zeigen, wie die Reichsbahnen verantwortlich waren”, sagte Susanne Kill.

Es gibt eine Medienstation mit Zeugeninterviews, 40 Ausstellungstafeln, Dokumenten, Grafiken und Fotos. Extra für die Stadt Köln wurden zwei Tafeln zusammengestellt, auf denen das Schicksal von deportieren Kölnern zu lesen ist. Vom Kölner Bahnhof Deutz wurden von 1940 an sieben Großtransporte mit mehr als 7000 Menschen nach Auschwitz geschickt.

Die Ausstellung im RheinTriadem ist bis zum 6. Juli zu sehen. Anschließend soll sie in Frankfurt gezeigt werden.