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Köln/Aachen: Köln scheint gutes Pflaster für Einbrecher zu sein

Köln/Aachen : Köln scheint gutes Pflaster für Einbrecher zu sein

Stellen Sie sich vor, Sie kommen nach Hause, und jemand hat Fenster oder Tür aufgebrochen und in Ihren privatesten Dingen herumgewühlt, Wertvolles mitgenommen. Der Schaden ist nicht nur wirtschaftlich.

Oft fehlen unwiederbringliche Erinnerungsstücke, und Sie sind in ihrer Privatsphäre tief verletzt, mitunter für lange Zeit Ihres Zuhausegefühls beraubt.

Dass Ihnen das geschieht, ist nirgendwo im Land so wahrscheinlich wie in Köln. Doch wäre es wohl falsch, den Schwarzen Peter der Kölner Polizei zuzuschieben. Die arbeitet nicht schlechter, als die Kollegen anderswo in NRW.

Die Aufklärungsquoten belegen das - wenn sie auch bei Einbrüchen im ganzen Land mit 15,8 Prozent 2005 und 16,6 im Jahr 2006 eher niedrig sind. Aber Köln ist zum Operationsfeld von Einbrecherbanden geworden. „Viele davon aus Osteuropa”, wie Polizeisprecher Wolfgang Baldes sagt. Sie kämen wegen der Größe der Stadt, aber auch durch Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Banden.

Erfolge verzeichnet

Tatenlos sieht sich die Kölner Polizei diese Statistik nicht an. Die Beamten können sogar auf Erfolge verweisen. Denn auch wenn die Zahlen (siehe Grafik) noch immer weit über den Werten anderer Polizeidienststellen liegen und 2006 im Vergleich zum Vorjahr sogar wieder etwas gestiegen sind, liegen sie doch deutlich unter der Häufigkeit von Wohnungseinbrüchen 2004. Denn damals gab es immerhin 5299 in Köln.

Das sind stattliche 535 je 100.000 Einwohner. In unserer Region liegen die Zahlen zwar auch über denen des gesamten des Landes - aber nur leicht. In der Stadt Aachen gab es 2004 und 2005 auch Ausreißer nach oben. Auch die gingen auf Bandenaktivitäten zurück, wie Polizeisprecher Paul Kemen sagte. Allerdings lag in den Jahren auch die Aufklärungsquote in Aachen sehr hoch. Denn die die Statistik beeinflussenden Banden wurden gefasst. Die Zahl aufgeklärter Einbruchsdelikte stieg so erheblich.

Die Kölner Ermittler haben deshalb unter anderem verstärkt auf Prävention gesetzt, die Bürger über Sicherung ihrer Wohnungen aufgeklärt, sie aber auch immer wieder darauf hingewiesen, sich zu melden, wenn etwas passiert ist - und sei es nur ein versuchter Einbruch.

Parallel setzt die Polizei auf direktionsübergreifende - also durch weniger Zuständigkeitsdiskussionen behinderte - Arbeit, setzt mehr verdeckte Ermittler ein und hat, so Baldes, ein Controlling eingerichtet, das die neuen Konzepte zur Schwerpunkterkennung, zur Spurenauswertung aber auch zur Prävention ständig auf ihre Wirksamkeit prüft.

„Nicht ausruhen”

„Dass die Zahlen in der langfristigen Entwicklung rückläufig sind, ist kein Grund, sich darauf auszuruhen”, sagt Wolfgang Baldes. Schon gar nicht, „bei den Anstrengungen zurück zu rudern”. Denn trotz positiver Tendenz innerhalb Kölns, ist die Stadt auch in den jüngsten Statistiken landesweit noch immer absolute und deutliche Spitze bei den Wohnungseinbrüchen.

Nicht ohne Spannung werden deshalb die Zahlen für das Jahr 2007 erwartet. Noch eine Verschlusssache des Düsseldorfer Innenministeriums. Aber Ende Februar wird Innenminister Ingo Wolf die neueste Statistik veröffentlichen - noch wird an ihrer Interpretation gearbeitet.

Hier gibt es Hilfe

Die Polizei hat Beratungsstellen eingerichtet, wo über technische Maßnahmen informiert wird, Wohnungen und Häuser sicherer zu machen. Wo es aber auch Tipps gibt, wie man sich am besten verhalten sollte - zum Beispiel, wie vorhandene Einrichtungen auch optimal genutzt werden können. In Einzelfällen beraten die Beamten auch bei den Bürgern vor Ort. Und: Die Beratung der jeweiligen Kriminalkommissariate Vorbeugung ist für Ratsuchende kostenlos.

Für das Polizeipräsidium Aachen ist diese Beratungsstelle in der Jesuitenstraße 5, 52062 Aachen, 0241/9577-34401.

Die Kreispolizeibehörde Heinsberg berät in der Carl-Severing-Straße 1, 52525 Heinsberg, 02452/920-5555.

Die Kreispolizeibehörde Düren hat ihre Beratung in der Aachener Straße 28, 52349 Düren, 02421/949-8600.