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Kleine Gebühren für „Millionenkredite”

Kleine Gebühren für „Millionenkredite”

Aachen. Millionenkredite? Ach was, ist doch kein Problem! Dürfen es 15 Millionen Schweizer Franken oder eher 40 Millionen US-Dollar sein? Kredite bis zu 480 Millionen Dollar versprach laut Staatsanwaltschaft das Pärchen, das sich seit Mittwoch auf der Anklagebank vor der 6. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts wieder findet.

Die strafrechtlichen Vorwürfe sind nicht von schlechten Eltern. Mit einem „Schneeballsystem”, so beschrieb es die Staatsanwältin in ihrem zweistündigen Vortrag, sackte das Pärchen zwischen 1999 und 2005 in der portugiesischen Boom-Stadt Faro in mehr als 400 Fällen Kostenpauschalen für die Beschaffung von Millionen-Krediten ein. Bei ihren Klienten gaben sie an, bei hochklassigen Geldgebern in Panama, der Schweiz oder in den Arabischen Emiraten Geld besorgen zu können. Dann kassierten sie die eher bescheidene Vermittlungsgebühren - mal waren es 1500 Dollar, mal 2000 Euro, die sie als Courtage in die Tasche steckten, insgesamt ist ein Schaden von 500.000 Euro angeklagt.

Zur Auszahlung der Kreditverträge kam es nie. Als Udo B. zwischen 2003 und 2005 wegen einer anderen Sache ins Gefängnis musste, betrog die geständige Anita P. munter weiter. Sie bauten ein komplettes Kreditvermittler-System mit diversen Zwischenhändlern auf.