Stolberg: Klassik-Festival in Stolberg lockt ein breites Publikum

Stolberg : Klassik-Festival in Stolberg lockt ein breites Publikum

Mit einem „Romantischen Liederabend“ ist am Sonntagabend das 3. „Klassik Festival Momentum Stolberg“ im Museum Zinkhütter Hof erfolgreich zu Ende gegangen.

Die ukrainische Sopranistin Stella Motina und die Pianistin Patricia Buzari, auch Initiatorin des Festivals, sorgten für einen krönenden Abschluss der sechsteiligen Konzertreihe, die auch in diesem Jahr mit seinem künstlerischen Niveau restlos überzeugen konnte.

Das zeigte sich auch an den Reaktionen des begeisterten, mittlerweile überregional besetzten Publikums. Dass die Besucherzahlen der unterschiedlich stark frequentierten Konzerte diesmal hinter denen der Vorjahre zurückgeblieben sind, ist ebenso ärgerlich wie vermeidlich. Sowohl der Verein „Stolberger Musiksommer“ als Veranstalter als auch die Stadt Stolberg müssten sich womöglich stärker angesprochen fühlen, um organisatorisch und marketingtechnisch ein derart Image-förderndes Ereignis effektiver zu unterstützen. Die Auswahl der Künstler und Programme hätten es verdient, Buzari und ihre Helfer und Sponsoren ohnehin.

Internationale Künstlerschar

Letztlich will sich das Festival nicht auf künstlerisch hochwertige Beiträge beschränken, sondern mit seiner internationalen Ausrichtung auch Zeichen für eine weltoffene Haltung ohne Rassismus und nationalistische Scheuklappen setzen. An der kulturellen Vielfalt der Künstler, die aus der Türkei, Russland, der Ukraine, Spanien und Deutschland anreisten, mangelte es freilich nicht. Und der russische Geiger Yury Revich überraschte die Deutsch-Iranerin Buzari gleich mit einer „Hochzeitserklärung an das Festival“, indem er mit seinem eigenen neuen Wiener Konzertzyklus „Friday Nights mit Yury Revich“ eine enge Kooperation mit dem Stolberger Klassik Festival eingehen will.

Auch künstlerisch harmonierten Patricia Buzari und der Geiger sehr harmonisch mit einem anspruchsvollen Sonaten-Abend, der in einer ebenso sensiblen wie emotionsgeladenen Interpretation der großen Sonate in A-Dur von César Franck gipfelte, die nur ein Highlight des Festivals markierte. Dass sich die Eschweiler Künstlerin Monika Jonas zu einem Satz aus Maurice Ravels Sonate zu einer improvisierten Malerei und die russische Tänzerin Evgenia Casanoca zum ersten Satz der Franck-Sonate zu einer Ballett-Einlage inspirieren ließen, unterstreicht den innovativen, für neue Darstellungsformen aufgeschlossenen Charakter des Festivals.

Romantisch ging der finale Festivalabend am Sonntagabend zu Ende, als die am Niedersächsischen Staatstheater Hannover engagierte Sopranistin Stella Motina mit Patricia Buzari am Klavier einen bunten Liederstrauß von Robert Schumann bis Edvard Grieg band. Dazu gehörte auch Schumanns musikalisch schöner, aufgrund seiner etwas angestaubten Texte jedoch vernachlässigter Zyklus „Frauenliebe und Frauenleben“.

Die 4. Edition des Stolberger Festivals wird im kommenden Jahr vom 18. bis 21. Juli stattfinden. Dann auch wieder mit dem alle zwei Jahre integrierten Internationalen Jugend-Wettbewerb „Jugend goes classic“.