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Hannover: Kirche zeichnet WDR-Themenschwerpunkt „Contergan” aus

Hannover : Kirche zeichnet WDR-Themenschwerpunkt „Contergan” aus

Für seinen im Herbst 2007 ausgestrahlten „Contergan”-Schwerpunkt erhält der WDR den Robert-Geisendörfer-Medienpreis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Durch seine umfangreiche Berichterstattung habe der Sender das Schicksal der Medikamentenopfer dem kollektiven Vergessen entrissen, heißt es in der am Dienstag in Hannover bekanntgegebenen Entscheidung. Darüber hinaus sei es dem WDR gelungen, den gesellschaftlichen Umgang mit Behinderten facettenreich zu thematisieren.

WDR-Intendantin Monika Piel und der Regisseur des Fernsehfilms „Contergan”, Adolf Winkelmann, nehmen die Auszeichnung am 17. September in München entgegen. Neben dem zweiteiligen Film hatte der Sender eine Reihe weiterer Beiträge über Ursachen, Verlauf und Folgen des größten Medikamentenskandals in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg gezeigt. Durch den in Contergan enthaltenen Wirkstoff Thalidomid kamen zwischen 1957 und 1961 mehrere tausend Kinder mit Missbildungen zur Welt. Die Aachener Herstellerfirma Grünenthal entschädigte die Opfer erst nach jahrelangem Rechtsstreit.

Der nach dem evangelischen Publizisten Robert Geisendörfer (1910-1976) benannte Preis für Hörfunk- und Fernsehproduktionen wird in diesem Jahr zum 25. Mal verliehen. Der WDR erhält den Sonderpreis der Jury, die unter dem Vorsitz des badischen Landesbischofs Ulrich Fischer steht. Mit der Auszeichnung ehrt die evangelische Kirche seit 1983 Sendungen aus allen Programmsparten, die das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken. Die weiteren diesjährigen Preisträger werden Anfang September bekanntgegeben.