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Düsseldorf: Kinderschänder droht in Düsseldorf Sicherungsverwahrung

Düsseldorf : Kinderschänder droht in Düsseldorf Sicherungsverwahrung

Einem vorbestraften Kinderschänder droht in Düsseldorf Sicherungsverwahrung. Der 24-Jährige muss sich seit Donnerstag vor dem Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs eines Jungen verantworten.

Er soll den Zehnjährigen im vergangenen April in einem Park in der Nähe eines Krankenhauses missbraucht haben. Der Junge ging laut Anklage gerade mit seinem Hund spazieren, als der 24- Jährige auftauchte, dem Kind den Mund zuhielt, es in ein 200 Meter entferntes Gebüsch verschleppte und sich dort an ihm verging.

Beim Prozessauftakt legte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis ab, wollte sich aber zu Details seiner Tat nicht äußern. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernahm das Gericht auch das Opfer.

Der Angeklagte war zur Tatzeit mit den hochansteckenden Erregern der Krankheiten Tuberkulose und Hepatitis C infiziert. Die Staatsanwaltschaft sieht in dem Wohnungslosen eine große Gefahr für die Allgemeinheit. Deshalb sprach sie sich bereits in der Anklage für eine Sicherungsverwahrung aus.

Der Angeklagte wuchs in Kinderheimen auf, wurde nach eigener Aussage selbst missbraucht und ist mehrfach durch äußerste Aggressivität aufgefallen. Seine Eltern seien Alkoholiker gewesen, er sei Opfer ihrer Gewaltexzesse geworden. Er hat weder Schulabschluss noch Ausbildung. Erst zwei Monate vor der Tat war er aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er wegen Diebstahls einsaß.

Der Mann hatte zudem bereits eine zweieinhalbjährige Haftstrafe verbüßt, weil er ein zwölfjähriges Mädchen - seine Cousine - geschwängert hatte. Nach dem Missbrauch des Zehnjährigen hatte eine DNA-Spur am Tatort zu dem 24-Jährigen geführt, der gerade als Patient in dem nahe gelegenen Krankenhaus behandelt wurde. Sein Gen-Profil war in der bundesweiten Gen-Datenbank gespeichert. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage vorgesehen.