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Düsseldorf: Kinderlos - vielleicht ist der Autositz schuld

Düsseldorf : Kinderlos - vielleicht ist der Autositz schuld

Langes und häufiges Fahren mit beheizten Autositzen kann die Zeugungsfähigkeit des Mannes mindern. Die Wärme könne negativen Einfluss auf die Produktion des Samens haben, sagte der Mönchengladbacher Urologe Herbert Sperling am Dienstag.

Die Spermien würden nicht nur weniger, sondern auch in ihrer Fortbewegungen langsamer und seien häufiger fehlgebildet, sagte Sperling, Präsident der bevorstehenden Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Andrologie, zu der ab dem 7. September für drei Tage etwa 350 „Männer-Ärzte” nach Düsseldorf kommen.

„Ich glaube, dass die Sitzheizung mehr Gefahr birgt als enge Hosen”, betonte der Facharzt. Während die Normaltemperatur des Hodensacks bei 35 Grad liege, treibe die Sitzheizung die Wärme auf 38 Grad hoch. Natürlich hänge das Ausmaß der Schädigung mit der Länge der Wärmeeinwirkung durch den Autositz zusammen: „Man sollte daran denken, dass man auch den Aus-Knopf betätigen kann”, erinnerte der Facharzt.

Die jahrelange Tabuisierung von Erektionsproblemen (Erektile Dysfunktion) habe inzwischen nachgelassen, berichtete Sperling. Auf Seiten von Arzt und Patient sei „das Schweigen gebrochen”. Neu sei die Sicht, dass mangelnde Erektionsfähigkeit nicht nur medizinisch oder seelisch, sondern möglicherweise auch genetisch bedingt sei.

Experimente hormoneller Verhütung, als „Pille für den Mann” bekannt geworden, haben sich nach Angaben des Urologen bisher lediglich in China als erfolgreich erwiesen. „Wahrscheinlich gibt es doch Unterschiede bei den ethnischen Gruppen”.

Weiterhin „beängstigend schlecht” sei das Gesundheitsbewusstsein der Männer, sagte der Mediziner. Nur knapp 20 Prozent der „Herren der Schöpfung” nutzen die Möglichkeit der Vorsorgeuntersuchung auf Prostata-Krebs.