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Aachen: Kinder wehrten sich vergeblich im Todeskampf

Aachen : Kinder wehrten sich vergeblich im Todeskampf

Akustisch war der Angeklagte nur schwer zu verstehen: „Ja, ich werde Angaben machen.” Damit endete nach einer halben Stunde der erste Prozesstag im Mordfall zweier eineinhalb und fünfjährigen Geschwister, die laut Anklage von ihrem Vater am 5. Mai diesen Jahres in dessen Wohnung in Alsdorf bei Aachen erstickt wurden.

Der 35-jährige Busfahrer Jürgen R. wird von Staatsanwalt Alexander Geimer beschuldigt, „aus Wut und Eifersucht auf die getrennt lebende Ehefrau” die Kinder am Nachmittag gegen 15.30 Uhr zu Hause bei der Mutter abgeholt und dann in seiner Wohnung ermordet zu haben. Gleichsam als Bestrafung seiner Frau „für die gut verkraftete Trennung”, so die Anklage, soll er den Kindern Schlafmittel eingeflößt und beide zu Tode gewürgt haben. Laut Anklage müssen sich sowohl der kleine Niklas (eineinhalb Jahre ) als auch seine größere Schwester Vivien (fünf) beim Todeskampf gewehrt haben.

Laut Angaben des Verteidigers Heinrich Sonntag (Bonn) ist sein Mandant bereits „seit 2004 psychisch erkrankt”. Der Busfahrer habe die Trennung von seiner Frau nicht verkraftet, dann sei „diese entsetzliche Eskalation” geschehen. Sein Mandant sei nach der Tat sofort zur Polizei gegangen. Sonntag wies den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, sein Mandant habe vorsätzlich und heimtückisch gehandelt, zurück.