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Würselen: Keinesfalls von gestern

Würselen : Keinesfalls von gestern

Greetje Kauffeld, Bibi Johns, Chris Howland und die Kessler-Zwillinge: Diese Namen riechen für viele Menschen, die es nicht besser wissen, nach Mottenkiste.

Doch nichts ist falscher als das. Ihre Musik, ihre ganze Kunst swingt vor Energie und ist ausgesprochen aktuell. Zu verdanken ist diese vergnügliche Erkenntnis Götz Alsmann und seiner Band. Das Publikum am Samstagabend auf Burg Wilhelmstein war jedenfalls hingerissen von dem Programm „Bekannt durch Film, Funk und Fernsehen”.

Allstars, nicht Altstars standen hier auf der Bühne. Alsmann machte nicht den geringsten Hehl daraus, dass Bibi Johns und Kollegen für ihn wahre Götter sind. Das macht das Ganze im Vergleich mit peinlichen Schlagerrevues über jeden Zweifel erhaben. Denn die auf Wilhelmstein auftraten, waren nicht von gestern.

Bibi Johns kam als Erste auf die Bühne. Ihre Show in eigener Sache mit Hits wie „Bella Bimba” und dem „Mambo-Song” vibrierte vor Temperament und Rhythmus.

Die Königin des Abends indes wurde nicht sie, noch wurden es die Kessler-Zwillinge, deren (Tanz-) Kunst von einem superben Sinn fürs Timing zeugte. Es wurde Greetje Kauffeld, die Niederländerin, die mal eine Schlagersängerin war und jetzt eine Jazzerin von Weltformat ist. In dieser Frau steckt so viel Musikalität und Persönlichkeit, dass es jedem Lied von einst den Grauschleier augenblicklich von Noten und Text bläst.

Ihr Swing ist die gelungene Herz-Lungen-Wiederbelebung für jeden Song aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. „Bekannt durch Film, Funk und Fernsehen”: Das war eine Reise zurück in die Kindheit - Balsam für die Seele. Es war ein Programm, dessen Künstler jeder, ders gehört hat, lieben und verehren muss.



Infos im Internet: http://www.burg-wilhelmstein.com