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Amsterdam: Kampf um europäische Flughäfen beginnt

Amsterdam : Kampf um europäische Flughäfen beginnt

Nach der ersten paneuropäischen Flugehe zwischen der KLM und Air France setzt nun auch ein Übernahmekampf um europäische Flughäfen ein. Denn der Amsterdamer Airport Schiphol beabsichtigt eine Übernahmeofferte für den Brüsseler Flughafen Zaventem vorzulegen.

Die Niederländer wollen bis zu 500 Millionen Euro für eine 70-prozentige Mehrheitsbeteiligung zahlen, heißt in Amsterdamer Luftfahrtkreisen.

Schiphol, bereits an den Flughäfen Brisbane (Australien) und John F. Kennedy Airport in New York beteiligt, bestätigt diese Zahl nicht, aber das Interesse am Kauf. Auch die Flughäfen Frankfurt/M., Wien, Kopenhagen, Paris (Charles de Gaulle) sowie die Investmentgesellschaften 3i (Großbritannien) und Macquarie (Ausstralien) sollen interessiert sein. Erwartet wird, dass Zaventem an den meistbietenden Käufer gehen wird.

Auf dem ersten Blick kurios

Dass ausgerechnet die Niederländer den Brüsseler Airport übernehmen wollen, erscheint auf den ersten Blick kurios. Denn die Flughäfen sind nicht einmal eine Flugstunde von einander entfernt. Kaum vorstellbar, dass Brüssel ausgerechnet unter holländischer Leitung zu einem Konkurrenten von Amsterdam Schiphol ausgebaut werden soll. Daher drängt sich der Umkehrschluss auf: Schiphol will mit dem Erwerb Zaventems vielleicht verhindern, dass er zu einer Konkurrenz Amsterdams ausgebaut wird. Derzeit ist Amsterdam mit jährlich 40 Millionen Passagieren der viertgrößte Flughafen Europas und erwirtschaftete 2003 einen Nettoüberschuss von 137 Millionen Euro.

Zaventem hat dagegen nach dem Konkurs der belgischen Airline Sabena enorm an Attraktivität eingebüßt. 2002 starteten und landeten dort rund 22 Millionen Menschen, 2003 nur 15 Millionen. Dennoch erwirtschaftete Zaventem einen Nettoüberschuss von 19 Millionen Euro.