Heimbach/Düren: Kammermusikfestival: Zum Jubiläum noch „spannender“ als sonst

Heimbach/Düren: Kammermusikfestival: Zum Jubiläum noch „spannender“ als sonst

20 Jahre Kammermusikfestival „Spannungen“ im Jugendstilkraftwerk Heimbach bedeuten für Hans-Joachim Güttler 20-mal Aufregung, Anspannung und ein Stück weit auch Sorge. Güttler ist Vorsitzender des „Kunstfördervereins Kreis Düren“ und damit verantwortlich für das Festival, das sich mittlerweile international einen Namen erarbeitet hat.

Güttler: „Wir machen uns immer Sorgen, ob die Finanzierung steht, und wir am Ende ein ausgeglichenes Ergebnis haben.“ Darüber hinaus brauche es für ihn fast schon „unbegreifliche logistische Fähigkeiten“, um 30 Künstler, über 40 Werke und zwölf Konzerte unter einen Hut zu bringen. Trotzdem ist dieses Kunststück wieder gelungen, das Programm für die 20. Auflage von „Spannungen“ steht. „Mainly Dvoák“ ist die Konzertreihe überschrieben, die vom 17. bis zum 25. Juni stattfindet.

„Mit einem Stück von Antonín Dvoák“, erzählt Lars Vogt, Festivalleiter, Ausnahmepianist, Dirigent und Dozent an der Musikhochschule in Hannover, „haben wir das allererste ‚Spannungen‘-Konzert überhaupt eröffnet.“ Darüber hinaus sei Dvoák eine seiner größten Entdeckungen, die er im Rahmen des Festivals gemacht habe. „Dieser Mann hat der Musikwelt einen unglaublichen Reichtum fantastischer Kammermusik hinterlassen. Das wollen wir würdigen. Und gleichzeitig wollen wir ihm nachträglich zum 175. Geburtstag gratulieren.“

Natürlich hat die 20. Auflage von „Spannungen“ aber noch viel mehr zu bieten als Dvoák. Bemerkenswert ist unter anderem, dass Gustav Mahlers „Symphonie Nr. 1 D-Dur“ aufgeführt wird. „Norma-lerweise spielen das 100 Musiker“, sagt Vogt. „Wir machen das Stück in einer Besetzung für ein Kammerensemble mit 15 Leuten.“

„Composer in Residence“ ist in diesem Jahr der Lette Erkki-Sven Tüür. „Er kommt eigentlich aus dem Bereich der Rockmusik“, erklärt Vogt. „Er wird durch seine Werke noch einmal eine ganz neue Schattierung nach Heimbach bringen.“

Zahlreiche Sponsoren helfen

Möglich ist der Festival nur dank der Unterstützung zahlreicher Sponsoren. Für Rainer Hegmann vom RWE-Tochterunternehmen Innogy als Hauptsponsor ist „Spannungen“ ein herausragendes Festival, das Kontinuität, Tradition und Partnerschaft bedeutet. „Das Kraftwerk wurde vor 112 Jahren in Betrieb genommen. Heute wird hier seit Jahrhunderten bestehende klassische Musik präsentiert.“ Im Jubiläumsjahr wurde das Budget auf rund 450.000 Euro erhöht. Das Programm soll damit aufwendiger gestaltet werden, außerdem sollen Fotos aus den vergangenen 20 Festivaljahren gezeigt werden.