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Köln: Junge Tanz-Absolventen stellen sich vor

Köln : Junge Tanz-Absolventen stellen sich vor

Spätestens, als das Kölner Schauspiel Anfang Mai auf seiner Pressekonferenz zur kommenden Saison 2004/2005 verkündete, die Halle Kalk werde nicht länger bespielt, schien das Schicksal der rechtsrheinischen Dependance besiegelt.

Nötig machten dies drastischen Etatkürzungen (insgesamt 11, 5 Millionen Euro zwischen 2005 und 2007) für die Kölner Bühnen. Knapp eine Woche später stellte dann Oberbürgermeister Fritz Schramma gemeinsam mit den Intendanten der Bühnen Köln, Peter F. Raddatz (Geschäftsführer), Christoph Dammann (Oper) und Marc Günther (Schauspiel) Pläne zur Ansiedlung einer neuen Tanz-Compagnie in Köln vor.

Produktionsstandort und Residenz für die US-Choreografin Amanda Miller und ihre „Pretty Ugly Dance Company” soll ab Januar 2005 eben jene nicht mehr bespielte Halle Kalk sein, aber auftreten sollen die Tänzer zunächst nur im Schauspielhaus, der Schlosserei und an anderen Außenspielorten auf Zeit.

Finanziert wird Millers Vier-Jahres-Vertrag, durch den die Städtischen Bühnen nach sieben Jahren ohne eigene Tanzcompagnie wieder zum Dreispartenhaus werden, von der Imhoff-Stollwerck-Stiftung, die für diesen Zeitraum insgesamt 1,6 Millionen Euro (400.000 Euro pro Jahr) locker macht, von den Städtischen Bühnen (200.000 Euro plus Sachleistungen pro Jahr) und von der Stiftung Kunst-Salon (50.000 Euro pro Jahr).

Was darüber hinaus mit der Halle Kalk geschieht, bleibt ungewiss. Lichtblick für Freunde des Experimentellen: Zumindest zwei Wochen lang, vom 26. Juni bis zum 9. Juli, wird die Halle noch einmal öffentlich zugänglich belebt.

Dann will das Internationale Festival „d.a.m.p.f.” - als von der Physik inspiriertes Spiel mit den verschiedenen Aggregatzustände und mit der Energie, die beim Durchlaufen der einzelnen Dampf-Phasen frei wird - die Übergänge zwischen Tanz, Medien und Performancekunst erkunden. Insgesamt werden zwölf Produktionen zu sehen sein.

Zum Mitmachen

Täglich an allen Festival-Tagen (außer Montag) ab 17 Uhr öffnen Studenten der Kölner „International School of Design” zudem auf der Sonnenterrasse und im Foyer die Kalker „d.a.m.p.f.-Bar”, eine Lounge mit Cocktails und DJs.

Das Programm selbst reicht von der deutschen Performancegruppe „She She Pop”, die zur Festival-Eröffnung am Samstag, 26. Juni um 19.30 Uhr (auch am Sonntag, 27. Juni, um 20.30 Uhr) im Theater das Publikum mit der Frage „Warum tanzt ihr nicht?” zum Mitmachen auffordert, über den französischen Choreograf und Theatermacher Francois Verret mit „Chantier Musil” (Donnerstag, 1. Juli, und Freitag, 2. Juli, jeweils 20.30 Uhr, Theater) einer Verknüpfung von Literatur, Live-Musik, zeitgenössischem Tanz und Akrobatik bis hin zu einem dreiteiligen Programm junger Absolventen von P.A.R.T.S, der 1993 von Anne Teresa de Keersmakers gegründeten Schule für zeitgenössischen Tanz, die das Festival am Freitag, 9. Juli, um 20.30 Uhr im Theater mit einem Ausblick auf eine neue Generation tanzschaffender Künstler beendet.