1. Kultur

Aachen: Junge Formation mit luftig-leichtem Klang

Aachen : Junge Formation mit luftig-leichtem Klang

Mit dem Signum Quartett gab in der Reihe der Quintessence-Kammerkonzerte eine jener aufstrebenden jungen Quartettformationen ihre Visitenkarte ab, denen man ohne Weiteres eine glänzende Zukunft vorhersagen könnte, wenn die Konkurrenz auf diesem Sektor nicht so enorm groß wäre.

Was die vier jungen Leute - Kerstin Dill und Annette Walther, Violine; Valentin Eichler Viola; und Thomas Schmitz, Violoncello, absolut gleichwertig in ihrer künstlerischen Potenz - ihrem Publikum an diesem Abend boten, war so kompetent wie mitreißend und geprägt von jenem Musizierelan, der sich schon in der Körpersprache äußert.

So rückhaltlos temperamentvoll musiziert eben nur die Jugend. Dass dies keineswegs auf Kosten von spieltechnischer Präzision und klanglicher Delikatesse ging, das demonstrierte schon der geradezu schwebende Klang bei Joseph Haydns Quartett op. 76/5 D-Dur. Das Klangbild war luftig und leicht, transparent, sorgfältig artikuliert, mit dosiertem Vibrato, was die Vier aber nicht hinderte, den zentralen langsamen Satz gespannt und espressiv auszumusizieren.

Unmittelbarkeit und Unbedingtheit des Ausdrucks waren die Kriterien bei der Wiedergabe von Béla Bartks 3. Streichquartett cis-moll, dessen formale Konzentration in Verbindung mit folkloristischen Elementen in der zum Zerreißen gespannten und intensiven Musizierweise der Vier eine musterhafte Interpretation erfuhr.

Von größter klanglicher Differenzierung war die Wiedergabe von Robert Schumanns 3. Quartett A-Dur geprägt, die eine gelungene Balance von romantischer, emotionaler Aussage und Wahrung formaler Strukturen erfuhr.

Am stärksten berührte der Variationssatz, während man dem Adagio molto ein wenig mehr an innerer Ruhe gewünscht hätte. Und großzügig war das Quartett schließlich bei der Zugabe: Hugo Wolfs Italienische Serenade war ein kapriziös und mit leichter Hand servierter Schlusspunkt.