1. Kultur

Düsseldorf: Jülicher wollen wissen, wie alles anfing

Düsseldorf : Jülicher wollen wissen, wie alles anfing

Mit einem besonders leistungsfähigen Radioteleskop gehen Wissenschaftler aus Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden gemeinsam auf die Suche nach dem Ursprung der Welt. Das Teleskopsystem LOFAR, dessen Antennensystem sich künftig quer durch Europa erstrecken wird, soll Daten aus den entferntesten Winkeln des Universums gewinnen.

Diese Daten werden in einem niederländischen Supercomputer und dem neuen Höchstleistungsrechner des Forschungszentrums Jülich ausgewertet. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag haben Vertreter der Forschungseinrichtungen beider Länder am Mittwoch in Düsseldorf unterzeichnet.

NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP) wies bei der Unterzeichnung auf die Notwendigkeit europäischer Kooperation hin, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die enorme Rechenkapazität der beiden Supercomputer für das Teleskop-Projekt, das seine Daten künftig über Breitband-Vernetzung übermitteln wird, sei größer als die Fähigkeit aller japanischer Computer zusammen, sagte der Vorstandsvorsitzende des Jülicher Forschungszentrums, Prof. Joachim Treusch.

Für das ungewöhnliche Teleskop-System werden bis etwa 2008 zahlreiche kleine Antennen zwischen Mittelfrankreich, Schweden und Polen zusammengeschaltet. Sie sollen Radioimpulse auffangen, die bis etwa eine Milliarde Jahre an den Urknall als Entstehung des Universums vor etwa 13 Milliarden Jahren heranreichen. Außerdem sei mit der Entdeckung von bis zu 100 Millionen neuer Galaxien zu rechnen, sagten die LOFAR-Wissenschaftler aus dem niederländischen Dwingeloo (Drenthe).

Die kleinen Antennen lieferten nicht nur bessere Daten in höherer Auflösung als herkömmliche, schwerfällige Radioteleskope. Anders als diese üblichen Teleskope blicke das vernetzte LOFAR-System nicht nur in eine Richtung, sondern könne gleichzeitig den ganzen Himmel im Blick behalten. (Internet: www.lofar.org)