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Alsdorf: Japan ehrt Alsdorfer Künstler Schaffrath

Alsdorf : Japan ehrt Alsdorfer Künstler Schaffrath

Längst ist es zur Pilgerstätte für Kunstexperten aus aller Welt geworden: „Hikari Mizu” - „Licht und Wasser” heißt das Fenster mit den stattlichen Ausmaßen von 4,40 x 12,50 Metern, das Professor Ludwig Schaffrath 1981/82 für den Westausgang eines der Großbahnhöfe des Shinkansens, der legendären Schnellzugverbindung Japans, in Omiya nördlich von Tokio schuf.

Jetzt wurde die 55 Quadratmeter umfassende Glasmalerei mit dem zum ersten Mal ausgelobten Preis für Monumentalkunst im öffentlichen Raum in Japan ausgezeichnet. Damit haben die Japan Traffic Culture Association und das japanische Verkehrsministerium die Maßstäbe für künftige Preisträger hoch gesteckt.

Zwei Jahre wurden Großkunstwerke im ganzen Land aufgelistet, insgesamt 275 von einer 19-köpfigen Jury begutachtet. 15 Werke erreichten die engere Wahl, die von einem weiteren siebenköpfigen Gremium aus Rektoren und Professoren der Kunstakademien von Tokio und Tama bewertet wurden. Der Vorsitzende der Jury selbst, Professor Sumikawa, Rektor der Kunstakademie Tokio, schuf die Bronze-Trophäe für den hochkarätigen Preis.

„Ich freue mich sehr”, bekundet der 79-jährige Alsdorfer Maler, dessen Ruf weit über Europa hinaus nicht nur nach Fernost, sondern auch in die USA und nach Australien reicht.

„Licht und Wasser” war Schaffraths erstes Werk für Japan; ein monumentales Mosaik für die Shinkansen-Station in Osaka folgte 1983, ein 18 Quadratmeter großes Fenster für den Meditationsraum der Meji-Universität in Yokohama und das Hochzeitsfenster im Oriental-Hotel in Kobe 1984, ebenso wie acht Fenster, ein Mosaik, zwei Portale und der Tabernakel für die katholische Kirche St. Pius X. in Nagasaki. Als „Die Nr. 1 in Japan” wurde Schaffrath in der Presse gefeiert.

Eine Gegenmelodie zur statischen Architektur des Bahnhofszweckbaus wollte Schaffrath mit dem Fenster in Omiya schaffen. „Japan bedeutet ,Quelle des Lichts und ist von Wasser umgeben. Die Glasmalerei war zur Umsetzung dessen am besten geeignet”, sagt er.

Markiert durch Prismengläser schmiegen sich die Umrisse Omiyas in die organische Naturlandschaft, jäh durchdrungen von gebündelten pfeilgeraden Linien aus marmorierten und opalen Glasbändern, den das Land zerteilenden Shinkansen symbolisierend.