Aachen/Köln: Irene Ludwigs Testament: Aachen erbt „sensationelle” Kunstschätze

Aachen/Köln: Irene Ludwigs Testament: Aachen erbt „sensationelle” Kunstschätze

So viel ist seit Freitag bekannt: Das Testament der am 28. November verstorbenen Aachener Kunstsammlerin Irene Ludwig ist eröffnet worden - danach werden Museen in Aachen, Köln und Koblenz mit Kunstschätzen bedacht.

Am kommenden Mittwoch wollen die Oberbürgermeister von Aachen und Köln, Marcel Philipp und Jürgen Roters, Einzelheiten bei zwei Pressekonferenzen mitteilen, an denen auch Isabel Pfeiffer-Poensgen, die Kuratoriumsvorsitzende der Peter und Irene Ludwig Stiftung, teilnehmen wird. Alle Beteiligten schweigen bislang eisern, immerhin verrät Aachens Kulturdezernent Wolfgang Rombey so viel: „Aachen wird reich beschenkt.”

Der Einzige, der sich wenigstens ein bisschen aus der Reserve locken lässt, ist Kasper König, der Direktor des Museums Ludwig in Köln. Während es in der Pressemitteilung der Stadt Köln bereits heißt, das Museum Ludwig und das Schnütgen-Museum würden „mit sensationellen Schenkungen bedacht”, wird er auf Anfrage unserer Zeitung, zumindest was die Einschätzung des Kölner Erbes angeht, deutlicher: „Das Vermächtnis ist bedeutender als die Picasso-Schenkung.”

Und das dürfte in der Tat eine unglaubliche Sensation darstellen: Immerhin war die Ludwig-Schenkung von zuerst 90 Picassos (1994) und weiteren 774 Werken des Spaniers (2001) an das Museum Ludwig eine der größten mäzenatischen Taten aller Zeiten in Deutschland. Jetzt soll die drittgrößte Picasso-Sammlung der Welt durch eine weitere Schenkung von Irene Ludwig an Bedeutung noch übertroffen werden? Man darf gespannt sein.

Handschriftlich hat sie ihr Testament verfasst, erzählt Kasper König, und alles soll ihr persönliches Vermächtnis sein, nicht das der Stiftung. Köln erbt Kostbarkeiten aus dem Mittelalter und der Moderne, was König für völlig ungewöhnlich und außerordentlich hält. „Das Museum Ludwig wird international unglaublich gestärkt”, sagt er.

Und er sieht die Städte Aachen und Köln mit der Schenkung „ethisch-moralisch in die Pflicht genommen”, sich dem Erbe als würdig zu erweisen. „Das wird eine Frage der Kämmerer und der Politiker sein.”

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