Aachen: Irene Ludwig vermacht Aachen 47 Kunstwerke

Aachen: Irene Ludwig vermacht Aachen 47 Kunstwerke

Die im November gestorbene Kunstsammlerin Irene Ludwig hat ihrer Heimatstadt Aachen 47 Kunstwerke vermacht. Darunter seien Glas- und Tafelgemälde des späten Mittelalters bis hin zu Möbeln des 18. und 19. Jahrhunderts, teilte die Peter-und-Irene-Ludwig-Stiftung mit.

Ein Großteil der Werke befand sich schon als Leihgabe im Suermondt-Ludwig-Museum, ein kleinerer Teil im Museum für Wohnkultur, dem Aachener Couven-Museum. „Wir verstehen das als Auftrag, die Museen positiv weiterzuentwickeln”, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU).

„In dem Nachlass für Aachen sind sehr wichtige Kunstwerke, vor allem Gemälde”, sagte der Direktor des Suermondt-Ludwig-Museums, Peter van den Brink. Eines davon sei die „Anbetung der Heiligen drei Könige”, ein Hauptwerk der Kölner Malerei. „Es ist eine große Geste von Irene Ludwig, uns so viele Kunstwerke zu überlassen”, sagte van den Brink. Peter und Irene Ludwig galten als Deutschlands bedeutendstes Kunstsammler-Ehepaar. Peter Ludwig starb 1996.

Ludwig Forum nicht bedacht

Das Aachener Ludwig Forum für Internationale Kunst wurde nicht bedacht. Hauptschenkungen habe es schon in früheren Jahren gegeben, sagte Kulturdezernent Wolfgang Rombey.

Insgesamt umfasste der Nachlass Irene Ludwigs noch weit mehr Werke: rund 6500. Den gesamten Nachlass hat sie der Peter-und-Irene-Ludwig-Stiftung vererbt, jedoch mit der Auflage, einen Teil davon bestimmten Museen zu vermachen.

Irene Ludwig: Kunst war ihr Herzenssache

Peter und Irene Ludwig waren Deutschlands bedeutendstes Kunstsammler-Ehepaar. So sehr die beiden eins waren in ihrer Leidenschaft für Kunst, so unterschiedlich traten sie in der Öffentlichkeit auf: Er der beredte Mäzen, sie die stille Akteurin im Hintergrund. Nach seinem plötzlichen Tod 1996 nahm Irene Ludwig das Heft in die Hand, zog in das Büro ihres Mannes und führte das Lebenswerk fort.

Die Frau mit den blonden Haaren und den sanften Gesichtszügen machte nicht viel Aufhebens darum. Sie wollte keine Fotos von sich oder ihrem Mann im Internet-Auftritt der Stiftung. Interview-Anfragen lehnte sie ab.

Irene Ludwig stammte aus einer alt-eingesessenen Aachener Familie von Schokoladenfabrikanten. Sie wuchs mit vier Geschwistern auf. In der Familie war die Kunst immer präsent. In Mainz studierte sie Kunstgeschichte. Dabei lernte sie ihren Mann Peter kennen. 1951 heiratete das Paar.

Kunst war ihr eine Herzensangelegenheit. Immer war sie großzügig, wenn es um Kunst und Museen ging. 1998 gründete sie die Peter-und-Irene-Ludwig-Stiftung und schuf damit die Basis für eine dauerhafte Unterstützung der Museen und Einrichtungen, die über wichtige Schenkungen oder Leihgaben der Sammlung verfügen.

Bezeichnend für ihre Persönlichkeit ist sicher auch die Art des Testaments. Sie verfasste es selbst, schrieb es mit der Hand. Irene Ludwig starb am 28. November 2010 im Alter von 83 Jahren.

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