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Neuss: Internationale Magier bei Zaubershow in Neuss

Neuss : Internationale Magier bei Zaubershow in Neuss

Ein Tuch beginnt zu tanzen, ein Tisch schwebt durch den Raum, und aus der nackten Hand regnen Spielkarten. Matthias Rauch (25) aus Dorsten am Rande des Ruhrgebiets ist Deutscher Meister der Zauberer und schon seit sieben Jahren ein Profi der Magie.

Im Alter von neun Jahren hat er begonnen, Zaubertricks zu üben. Mit 17 wurde er zum besten deutschen Zauberer gewählt. „Der Trick ist nicht entscheidend, auf die Show kommt es an”, verrät er. Erstmals seit drei Jahren kürt die Elite der deutschen Zauberer in der kommenden Woche (3. bis 6. Juli) wieder ihren Meister.

850 Fachbesucher aus aller Welt werden zur Deutschen Meisterschaft der Zauberkunst in Neuss bei Düsseldorf erwartet. 36 Zauberer werden sich der Jury stellen, berichtete der Magische Zirkel von Deutschland am Donnerstag.

Die deutsche Magier-Vereinigung hat 2800 Mitglieder, die sich verpflichten mussten, niemals einen Zaubertrick der Öffentlichkeit zu verraten. Die bekanntesten Mitglieder sind Siegfried & Roy, die legendären Zauberer aus Las Vegas. Verrätern droht der Ausschluss aus dem Zirkel. „Wer Tricks verrät, entzaubert den Zauberkünstler und ent-täuscht im Sinne des Wortes das Publikum”, sagt Kongressleiter Detlev Drenker. „Der öffentliche Trickverrat in den Medien ist für uns das Schlimmste.”

TV-Guru Uri Geller ist bei den Zauberern übrigens umstritten. Wer behauptet, übersinnliche Kräfte zu besitzen und mit den Geistern im Bunde zu sein, würde aus dem Magierzirkel rausfliegen, denn über solche Esoterik wird dort als „Auswuchs der Zauberkunst” die Nase gerümpft. „Insofern sind wir ehrliche Menschen: Wir geben zu, dass wir mit Tricks arbeiten, auch wenn wir die geheim halten”, sagt Drenker.

Zum Fachkongress, der den Wettbewerb begleitet, werden 850 Besucher aus aller Welt erwartet, um Neuigkeiten aus der Zauberer- Szene zu diskutieren. Zaungäste sind dabei nicht zugelassen. „Wir lassen uns dabei nicht in die Karten gucken.” Zur großen Zauber-Gala mit internationalen Stars und zur Kinder-Gala ist dann auch Publikum ohne Zauberer-Ausweis erwünscht.

Die Anwärter auf den Deutschen Meistertitel haben wie Rauch das Zeug zu einer Profi-Karriere. In festen Kategorien müssen sie die strenge Jury verblüffen: Manipulation, Allgemeine Magie, Großillusion, Comedy, Mentalmagie, Zauberkunst für Kinder, Kartenkunst und Mikromagie, die direkt unter der Nase der Zuschauer geschieht. Als Königsdisziplin gilt die Manipulation - „Da muss man verdammt viel üben.”

„Die Kunst ist, den Trick so zu verschleiern und zu verstecken, dass selbst die Jury ihn nicht erkennt.” In jeder Disziplin wird jeweils die Präsentation, die Technik und die optische Ausstattung beurteilt - maximal sind 100 Punkte zu erreichen. Auf die besten drei Zauberer des Wettkampfs in Neuss warten höhere Aufgaben: Sie werden Deutschland im kommenden Jahr bei der Zauberer-Weltmeisterschaft in Chinas Hauptstadt Peking vertreten.