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Institut soll Pilgerstätte der Architektur werden

Institut soll Pilgerstätte der Architektur werden

Für die Aachener Energieforscher entsteht ein 13 Millionen Euro teures Gebäude, das nach dem einstimmigen Urteil der Jury Gestaltungstechnik und energetisches Bauen ideal integriert. Baubeginn könnte Herbst 2007 sein.

Aachen. Mit Superlativen wurde nicht gespart, als gestern in der alten Reichsabtei Kornelimünster der Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs für das neue Energieforschungsinstitut der RWTH vorgestellt wurde. Gewonnen hat das Modell der Zaha Hadid Architects in London. „Das wird eine Pilgerstätte” begeisterte sich Harald K. Lange, Niederlassungsleiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW in Aachen (BLB), man werde kaum eine Hochschule in Deutschland mit einem „derart rattenscharfen Institutsgebäude finden.”

„Ein absoluter Zugewinn, eine gelungene Kombination aus Inhalt und Form und ein starker Auftritt für die Hochschule,” freute sich auch Gisela Nacken, Baudezernentin der Stadt Aachen. Und Heinz-Herbert Kaußen, Planungsdezernent und Vertreter des RWTH-Kanzlers, sprach von einem Vorzeigegebäude, ein „ganz besonderes Highlight für Aachen.”

Windschnittig

In der Tat ist der Entwurf außergewöhnlich: eine windschnittige, viel Bewegung ausdrückende „räumliche Geste”, die in direkter Beziehung zu Licht und Luftströmung auf dem Areal stehen soll, wie im Entwurf zu lesen ist. Er stammt zwar aus dem Büro der berühmten, aus dem Irak stammenden Londoner Architektin, aber nicht von ihr selbst, sondern von Gernot Finselbach, Britta Knober und Philipp Voigt.

Ausschlaggebend für die einstimmige Entscheidung sei nicht nur die Ästhetitik des Entwurfs gewesen, sondern auch die ideale Integration von Gestaltungstechnik und energetischem Bauen, sagte Harald K. Lange. Schließlich beschäftigen sich die künftig dort untergebrachten Institute mit der Forschung im Bereich der umweltverträglichen und effizienten Energieversorgung.

Die E.ON AG stiftet die Einrichtung von fünf Professuren in Höhe von 40 Millionen Euro innerhalb der nächsten zehn Jahre (wir berichteten). An den Baukosten ist der Energieversorger jedoch nicht beteiligt. Die rund 13 Millionen Euro übernimmt die RWTH, Projektleiter ist der BLB. Baubeginn im Erweiterungsgebiet Melaten soll im Herbst 2007, spätestens Frühjahr 2008 sein. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich anderthalb Jahre.