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Kerkrade: Industrion: Die Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben

Kerkrade : Industrion: Die Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben

Zehn Jahre schon gibt es das Industrion am Bahnhof Kerkrade, das sich im Untertitel mit der Formel „no museum” zu seiner Unkonventionalität bekennt und in seinen Ausstellungen vor allem Technik- und Bergbaugeschichte zum Thema macht. Jetzt wollen Direktor Hans Gubbels und seine Kollegen einen wichtigen Schritt weiter wagen.

Bis zum November 2008 wird das Industrion um einen Neubau-Flügel erweitert, den der Architekt Cees Metz aus Weert konzipiert. Die Pläne hierzu wurden jetzt in Kerkrade bei einer Party mit Freunden, Kooperationspartnern und Sponsoren vorgestellt.

Rund 2,5 Millionen Euro (Sponsoren werden noch gesucht), so Pressesprecherin Mireille Caubo, kostet das Projekt, das in eindreiviertel Jahren schon für Ausstellungen bereit stehen soll.

Die Fläche, auf der der geschlossen wirkende Baukörper in Form eines lang gezogenen Rechtecks mit transparenten Elementen an den beiden Schmalseiten entstehen soll, ist rund 1500 Quadratmeter groß und liegt zwischen dem heutigen Industrion-Gebäude und dem sich dahinter befindenden Bahnkörper.

Mit einem neuen Haus und neuen Angeboten wollen der Direktor und sein Team eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen fort setzen: 2003 kamen nur 10.000 Besucher ins Industrion - 2006, im Jahr der Da-Vinci-Ausstellungen, waren es schon 80.000.

Wie ein Ehrengast thronte das Architektur-Modell inmitten der vielen Gäste, die sich im Tiefparterre versammelt hatten. Und wie bei offiziellen Anlässen üblich, nutzten die Redner die Gelegenheit nicht nur dazu, nicht nur den Mittelpunkt des Interesses über den grünen Klee zu loben, sondern gleich auch einige grundsätzliche Überlegungen anzustellen.

Das tat zum Beispiel Limburgs Kulturministerin Odile Wolfs. Die Sozialdemokratin aus Maastricht offenbarte, dass es - passend zum erneuerten Industrion - auch eine erneuerte Kultur- und Museumspolitik gebe.

Die drei Museen in der Trägerschaft der Provinz (Bonnefantenmuseum in Maas-tricht, Limburgs Museum in Venlo und eben das Industrion) bekommen mehr finanzielle Freiheit. Was sie vom Staat an Geld bekommen, können sich die Verantwortlichen nach eigenem Gusto einteilen.

Zugleich bekommen sie eine ähnliche Verantwortung wie ein Unternehmen: Was sie über die Zuschüsse hinaus an Mitteln brauchen, müssen sie zuvor durch erfolgreiche Ausstellungen oder Sponsoren hereinholen.

Kurz bevor das Tuch, das das Neubau-Modell bis dato bedeckt hatte, gelüpft wurde, gab dann Direktor Gubbels seinen Zuhörern einen Vorgeschmack darauf, was sich ab Ende 2008 in dem aufgepeppten Industrion tun soll. Zum einen nämlich soll das Haus ein begehbares Depot erhalten. 25.000 Sammlungsstücke wird das Haus, das derzeit etliche Schätze an andere Sammler und Museen abstößt, im kommenden Jahr noch haben. 60 Prozent davon werden dann im offenen Depot zu sehen sei.

Aber nicht nur das: Die Fläche für die teils spektakulären Wechselausstellungen wird beträchtlich. Ein „Future Dome”, in dem sich ein Spektakel rund um das Thema „Zukunft” entfalten soll, kommt auch noch hinzu - und etliche andere Attraktionen, die vor allem junge Besucher ansprechen sollen. Denn wer die Jugend für sich gewonnen hat, dem gehört bekanntlich auch die Zukunft.