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IN NRW dürfen begrenzte Besucherzahlen wieder in Museen

In NRW : Begrenzte Besucherzahlen dürfen wieder in Museen

Kunst- und Kulturgenuss sind von diesem Dienstag an in NRW wieder möglich. Was man aus dem Supermarkt schon kennt, wird dabei vorerst auch in Museen zur neuen Normalität: Es gelten Mundschutzpflicht, Abstandsregeln und Maximal-Besucherzahlen.

Viele Museen in Nordrhein-Westfalen öffnen am Dienstag wieder für Besucher - allerdings unter Hygiene- und Abstandsauflagen. Führungen oder andere Gruppenveranstaltungen fallen weiterhin aus. Um Abstand zu wahren, sind die Besucherzahlen je nach Fläche begrenzt und es gilt meist eine Maskenpflicht. Außerdem werden die Besucher vielfach mit Bodenmarkierungen oder Absperrbändern durch die Ausstellungen gelenkt, um Begegnungsverkehr zu verhindern.

Weitläufige Kunstmuseen stellten am Montag in ihren Mitteilungen ihre weitläufigen Räume als Vorteil heraus: „Glücklicherweise unterstützt uns die großzügige Architektur der Ausstellungsflächen und des Foyers dabei, die Abstandsregeln einhalten zu können“, teilte etwa Peter Gorschlüter am Montag mit, Direktor des Museum Folkwang in Essen. Es öffnet allerdings erst am Donnerstag seine Pforten. Noch etwas warten muss auch, wer auf dem Gelände des Unesco-Welterbes Zollverein in Essen ein Museum besuchen will: Erst ab Donnerstag öffnen dort beispielsweise wieder die bewegende Ausstellung „Survivors“ mit Porträts von Holocaust-Überlebenden und das Ruhrmuseum.

Früher dran ist das Kölner Museum Ludwig. Ab Dienstag sind Besucher wieder willkommen, sie sollen aber einen Mund- und Nasenschutz tragen. Kasse und Garderobe sind durch eine Plexiglasscheibe abgetrennt. Nur zwei Besucher dürfen gleichzeitig die Aufzüge benutzen. Auswirkungen auf das Ausstellungsprogramm des Jahres habe die Schließung nicht gehabt, sagte eine Sprecherin. Das Museum hat im Durchschnitt 300 000 Besucher pro Jahr und zählt zu den meistbesuchten in Nordrhein-Westfalen.

Ebenfalls am Dienstag öffnen - jeweils für eine begrenzte Zahl an Besuchern - das Lehmbruck Museum in Duisburg, das Museum für Gegenwartskunst in Siegen, in Düsseldorf der Kunstpalast sowieso die beiden Standorte der Kunstsammlung NRW. Im K20 ist dann ist die gefragte Ausstellung „Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945“ wieder zu sehen.

Das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum macht ab Dienstag zunächst wieder seine Rundgänge durch die Dauerausstellung zugänglich. Das Anschauungsbergwerk und der Förderturm bleiben vorerst noch geschlossen, teilte das Museum am Montag mit. Wer in diesem ersten Monat ins Museum kommt, soll den Eintrittspreis selbst festlegen: es gelte „Zahl watte willst“ für Tagestickets.

Nach sieben Wochen der Schließung freuen sich laut Mitteilung auch die Museumsmacher des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe darauf, ab Dienstag wieder Besucher empfangen zu können. Die 16 Standorte - darunter etwa das Archäologie-Museum in Herne mit einer verlängerten Ausstellung zum passenden Thema Pest - sind ab Dienstag wieder geöffnet. „Das machen wir nicht nur, weil wir das jetzt dürfen“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb am Montag. „Der Mensch braucht mehr als Nudeln und Klopapier“, unterstrich er. Kultur könne auch Kraftfutter für Geist und Seele sein. Vor besondere Herausforderungen seien insbesondere diejenigen Museen gestellt gewesen, die sich normalerweise als Museen zum Anfassen verstehen: Interaktive Exponate oder Hörstationen im Naturkundemuseum oder den Industriemuseen mussten gesperrt werden.

Andere Häuser etwa das Design-Museum Marta in Herford oder die Bonner Bundeskunsthalle, haben noch keinen Termin zur Wiedereröffnung benannt. Man wollte keine Öffnung im Hauruck-Verfahren und überlege noch, wie der Museumsgenuss auch unter den Einschränkungen der Coronavirus-Pandemie realisierbar sei, sagte etwa eine Sprecherin in Herford.

(dpa)