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In jeder Ära des Jazz gefeiert: Carter wird 95

In jeder Ära des Jazz gefeiert: Carter wird 95

New York. „Wenn ich groß werde, möchte ich wie Benny Carter sein”, wünschte sich der Jazz-Trompeter Dizzy Gillespie, als er bereits ein Top-Star war.

„Er ist alles, was ein Musiker nur werden kann”, rühmte die große Dame des Jazz, Ella Fitzgerald, den Saxofonisten, Trompeter und Jazzkomponisten.Benny Carter, der nach Überzeugung seines ebenfalls schon gestorbenen Kollegen Duke Ellington „ungeheuren Einfluss auf die Popmusik hatte”, wird am Donnerstag 95 Jahre alt. Er war für Louis Armstrong „ein King”.

„Jeder, der ihn wirklich kennt, nennt ihn den König”, sagte Armstrong zu Lebzeiten über den weniger bekannten Carter.Unbestritten ist, dass Carter eine der vielseitigsten und lang lebigsten Figuren des Jazz ist. In der Swing-Ära galt er als einer der besten Altsaxofonisten.

Spitzenklasse war er als Trompeter, und in einigen gefeierten Aufnahmen ist er zudem mit einer Klarinette, dem Piano oder Tenorsaxofon zu hören. Der Komponist Benny Carter schrieb Stücke in allen Stilrichtungen des Jazz, vom Swing zum Jazz- Rock. Von ihm stammen wegweisende Big-Band-Vorlagen für Charlie Johnson, er arbeitete für Fletcher Hendersons großes Swing-Orchester in den späten 20er und 30er Jahren sowie für McKinneys Cotton Pickers.

Dann begann er, die Musik für seine eigenen Orchester zu komponieren und verfasste Count Basies berühmte Kansas City Suite sowie die vom Rock beeinflussten Alben für Sarah Vaughan.

Aus Carters Feder kommen etliche Standardwerke des Jazz wie die Stücke „When the Lights Are Low”, „Key Largo” (Mitautor), „Big Ben Blues” und „Waltzing the Blues”.Carter wurde 1907 in New York geboren und gründete 1932 seine erste eigene Band. Bald darauf zog es ihn nach Europa, wo er in Paris mit Willie Lewis spielte, bei der BBC als Arrangeur arbeitete und in Holland eine internationale Jazzband aus weißen und schwarzen Musikern leitete.

Zurück in den USA überholte er seine New Yorker Band und blieb ihr mit Unterbrechungen bis 1946 treu.Dann lockte ihn Hollywood und eine Karriere als Studiokomponist für Film und Fernsehen. Erst 1970 trat er wieder selbst auf - als Solist und Bandleader.