Aachen: In den Fängen profitgieriger TV-Sender

Aachen: In den Fängen profitgieriger TV-Sender

Warum nur drängen sich junge Menschen zu Model-Wettbewerben, Casting-Shows oder zur Teilnahme bei „Big Brother”?

Lutz Hübner, einer der meistgespielten deutschen Theaterautoren, stellt in seinem Stück „Creeps”, das im Aachener Das Da Theater jetzt Premiere hatte, auch diese Frage, vor allem aber zeigt er die skrupellosen Machenschaften manch profitgieriger Fernsehsender, die die meist arglosen Bewerber einem sensationshungrigen Publikum „vorführen”.

Das müssen auch die drei jungen Frauen in „Creeps” erfahren. Es sind 16- bis 17-jährige Schülerinnen, denen man weisgemacht hat, sie seien bereits als Moderatorin für eine neue angesagte TV-Show („Creeps”) vorgesehen. Äußert plakativ kommt das Stück auf die Bühne, die Frank Rommerskirchen geschickt zum blinkenden TV-Studio gemacht hat. Naiv und offenherzig ist Petra aus Chemnitz, umweltbewusst und sensibel zeigt sich Maren aus Hamm, während die arrogante Lilly aus Hamburg verächtlich auf die kleinen „Rivalinnen” herabschaut. Unsichtbar bleibt Arno (Robert Esser), der mit ständigen Anglizismen und hinterhältiger Ironie die Kandidatinnen am Gängelband hält.

Nachdem sich die drei im von Arno provozierten „Zickenkrieg” ausgetobt haben, wendet sich das Blatt. Denn die Schülerinnen, die keineswegs „doof” sind, durchschauen das böse Spiel. Das sind spannende, teils erschreckende Szenen mit Franziska Holitschke als bodenständige Petra, Ina Pappert als verzweifelte Maren und Patricia Rabs als vordergründig hochnäsige Prada-Kundin Lilly. Raffinierte Zusammenschnitte ihrer „Auftritte” zeigen, wie die Sender alles „verwerten” können - zu tückischen Bildern und Aussagen, die mit Wahrheit nichts mehr zu tun haben. Nicht für alle geht dieses schaurige „Creeps”-Abenteuer gut aus...... Die stringente Inszenierung von Tom Hirtz und die Leistung der Schauspieler erhielten großen Beifall.