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Bonn: Immer noch am Rande der Extase: B-52´s in Bonn

Bonn : Immer noch am Rande der Extase: B-52´s in Bonn

Ist das tatsächlich schon so lange her? Wirklich 16 Jahre? Verdammt lange Zeit. Nach solch einer Pause kommt manch anderer Künstler bloß noch als blasse Kopie seiner selbst auf die Bühne zurück. Doch nicht die B-52´s.

Die zappeln und quietschen sich auch mit Anfang 60 an den Rand der Ekstase. Und ihr Publikum auf der Bonner Museumsmeile gleich mit.

Gut: die Haare der platinblonden Cindy Wilson und ihrer feuerroten Gesangskollegin Kate Pierson sind nicht mehr meterhoch toupiert. Und ein paar Falten haben auch der ewig bellende Gesangsanimateur Fred Schneider und Gitarrist Keith Strickland hinnehmen müssen. Geschenkt. Denn die Musik der B-52´s, diese durchgeknallte, euphorisierende Mischung aus New Wave, Punk, Garagenrock und Pop, ist zeitlos.

16 Jahre haben die Vier sich gegönnt, um das neue Album „Funplex” aufzunehmen. Drei Jungspunde arbeiten im Hintergrund an Bass, Keyboard und Schlagzeug. Der vordere Teil der Bühne gehört allein den Vieren aus Athens, Georgia. Im giftgrünen Korsett und mit ultraknappem Minirock hüpft Pierson über die Bretter.

Wilson schüttelt die Mähne an den Bongos, Schneider übt sich in kuriosen Posen irgendwo zwischen Breakdance und Roboter, Strickland schrammelt seine Gitarre lässig aus der Hüfte. Und man spürt: Die haben richtig Spaß dabei. Hier rockt niemand für die Rentenkasse. Hier steckt Lust drin. Die empfindet auch das Publikum. Viele kennen die Band aus deren Anfangstagen, sind mit ihr erwachsen geworden.

Vor der Bühne ist kaum jemand um die 20. Doch wie die Band, so feiern die Fans dieses gewaltige Comeback. Ausgelassen. Elektrisiert. Hit um Hit. Vom zackigen Gitarrenriff in „Private Idaho”, über das zuckersüße „Roam”, bei dem sich die Sängerinnen einmal mehr in goldkehliger Zweistimmigkeit vereinen, bis zum funkigen „Love Shack”, dem quirligen Hit der B-52´s aus den späten 80ern.

Zum Schluss das Motto dieses Abends: „Party out of bounds”.