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Düsseldorf: Immer mehr Bahnunfälle beim närrischen Treiben

Düsseldorf : Immer mehr Bahnunfälle beim närrischen Treiben

Die Ausflüge in die Hochburgen des Karnevals können tragisch enden - wenn die Narren allzu ausgelassen feiern, nicht auf den Verkehr achten und ihre eigene Sicherheit außer Acht lassen.

Nach einer Serie von schweren Bahnunfällen während der „tollen Tage” in den vergangenen Jahren appelliert die Polizei deshalb jetzt an die Vernunft der Jecken im Rheinland.

Erst im vorigen Jahr waren allein in Düsseldorf bei Bahnunglücken an Weiberfastnacht zwei Menschen ums Leben gekommen. „Viele feiern, trinken und werden zu leichtsinnig”, sagt der Düsseldorfer Polizeisprecher Andre Hartwich. „Die Jecken müssen wissen: Auch als Fußgänger darf ich mich nicht so betrinken, dass ich nicht mehr heil nach Hause komme.”

2007 war an Weiberfastnacht bereits nachmittags ein 19-Jähriger aus Solingen in Düsseldorf an der Haltestelle „Wehrhahn” in der Innenstadt vor eine einfahrende S-Bahn gefallen und wurde überrollt. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Wenige Stunden später kollidierte eine Straßenbahn in der Düsseldorfer Innenstadt in der Nähe der Königsallee mit einem 52-jährigen Mann, der angetrunken auf den Gleisen unterwegs war. Auch er überlebte den Unfall nicht.

„Unsere Fahrer wissen, dass es speziell an solchen Tagen zu schwierigen Situationen kommen kann, sie sind deshalb besonders vorsichtig unterwegs”, sagt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. „Fahrer, denen solch tödliche Unfälle passieren, vergessen dieses Geschehen meist ein Leben lang nicht.”

Ab den Nachmittagsstunden würde an vielen Haltestellen gerade im Bereich der Düsseldorfer Altstadt der absolute Ausnahmezustand herrschen. „Da ist sprichwörtlich der Teufel los. Teilweise können wir die Haltestellen gar nicht mehr anfahren, weil überall feiernde Menschen unterwegs sind”, so Schumacher.

Auch in Köln hatte es in den letzten Jahren an Weiberfastnacht immer wieder tragische Bahnunglücke gegeben. Erst im vorigen Jahr stürzte ein 24-jähriger Karnevalist betrunken vor eine KVB-Straßenbahn, ihm wurde ein Fuß abgetrennt. Mit lebensgefährlichen Verletzungen wurde er in ein Krankenhaus gebracht. 2005 war ein junger Mann nach einem Besuch in Köln in einem Bahnhof im Rhein-Erft-Kreis vor einen Zug gestolpert - er wurde getötet.

„Solche Unfälle sind nur zu verhindern, wenn die Jecken auch als Fußgänger ein Mindestmaß an Vorsicht walten lassen”, so Rheinbahn-Sprecher Schumacher. Leider würden sie sich aber derart betrinken, „dass sie sich überhaupt nicht mehr unter Kontrolle haben”.

Die Polizei in Köln und Düsseldorf ist während der „tollen Tage” täglich mit einem Großaufgebot in den Vergnügungsvierteln. An Weiberfastnacht werden es in Köln mehr als 500 Beamte sein, am Rosenmontag sind in Düsseldorf sogar fast 1000 Polizisten im Einsatz.