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Würselen: Im Takt der Weltmusik: Hubert von Goisern und Mohamed Mounir

Würselen : Im Takt der Weltmusik: Hubert von Goisern und Mohamed Mounir

Der Goiserer hat Wort gehalten: „Das Platzl merk I mir” hatte er bei seiner Premiere 2002 auf Burg Wilhelmstein versprochen.

Der Eindruck war nachhaltig, denn sonst wäre der Musiker aus dem Salzkammergut wohl nicht auf die Idee gekommen, sich im Schatten der Burgruine einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen: ein Konzert mit dem ägyptischen Starsänger Mohamed Mounir und dessen Musikern.

Huber Achleitner alias von Goisern ist in der Tat so etwas wie ein Peter Gabriel des deutschsprachigen Raumes, er holt fremde Musikkulturen nach Europa, baut künstlerische Brücken zwischen Kontinenten.

Wie der Österreicher bewegt sich auch der Ägypter zwischen Tradition und Moderne, beide verbinden verschiedene Stile mit den eigenen musikalischen Wurzeln ohne diese zu verleugnen.

Typische Kennzeichen der Musik Mounirs und seiner elfköpfigen Band sind nicht die komplizierten Arrangements, der Zuhörer muss sich darauf einlassen, von gleichmäßigen Harmoniewellen davon getragen zu werden.

Insofern wirkte es fast wie eine Eruption, als Goisern und Band nach einer dreiviertel Stunde zu den Afrikanern hinzustießen, ein Stück gemeinsam spielten und dann fast zwei Stunden lang eine faszinierende Mischung aus traditioneller alpenländischer Volksmusik, Blues, Rock, Samba und auch Reggae boten.

Und diese Mischung hat der Sänger und Multiinstrumentalist zu einem ganz neuen, unverwechselbaren Stil verschmolzen. Musik, die ehrlich ist, mitreißt, zugleich melancholisch macht und in jeder Phase Seele zeigt.

Dies liegt nicht zuletzt an den Musikern, die den Goiserer schon länger begleiten: zum Beispiel die bezaubernde Geigerin und Sängerin Marlene Schuen genauso wie Percussionist Bernd Bechtloff. Ein Irrwisch zwischen tausend Rhythmus-Instrumenten, der Milchtrommeln genauso wie Eigenkonstruktionen und klassischen Percussions unglaubliche Rhythmen entlockt.

Von Goiserns Musik - jetzt auch auf DVD - ist bei aller Vielfalt einfach schön, der Jodler wird zum emotionalen Erlebnis, vor allem bei Klassikern wie „Heast as nit”, „Spat” oder „Die Strassn”.

Nach über drei Stunden verabschiedeten sich alle Musiker dieses bemerkenswerten Abends in einer gemeinsamen Session. Und man kann sicher sein: das „Platzl” wird sich von Goisern auch weiter merken.