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Aachen: Im Bistum gibt’s weitere Einnahme-Einbrüche

Aachen : Im Bistum gibt’s weitere Einnahme-Einbrüche

Wieder schlechte Neuigkeiten für 10.000 kirchliche Mitarbeiter im Bistum Aachen: Innerhalb eines Jahres brechen die Kirchensteuerein- nahmen 2004 um zwölf Prozent ein, im Februar hatte man noch sieben Prozent kalkuliert - das entspricht einem neuen Finanzloch in Höhe von 7,25 Millionen Euro.

„Deswegen konkretisieren wir nun schnellstens das 10-Millionen-Sparpaket, das im Konsolidierungsplan bereits als Risiko-Puffer’ angedacht wurde”, sagte Generalvikar Manfred von Holtum unserer Zeitung.

Am Wochenende hatte er dem Kirchensteuerrat den Stand der Sparbemühungen vorgestellt. Bis zum Jahresende sind dutzende Kündigungsgespräche angesetzt; am 6. Dezember werden Gehaltskürzungen um 17 Prozent verhandelt. Bis 2008 müssen auf Bistumsebene mindestens 370 Vollzeitstellen und 65 Millionen Euro aus dem Haushalt gestrichen werden.

Hinzu kommen hunderte Entlassungen in 540 Gemeinden, die noch knapp 70 Prozent ihrer Zuschüsse erhalten. Die Pfarren sollen ab 2007 vier Dienstleistungszentren mit je 15 Fachkräften finanzieren, die für die Gemeinden Haushalts-, Personal- und Liegenschaftsfragen betreuen. Diese Zentralisierung mit umstrittener Kompetenzverteilung steht heftig in der Kritik - auch wenn 3,2 Millionen Euro gewonnen und vier weitere Außenstellen wahrscheinlich sind.

„Beispiele aus Paderborn, Münster und Köln zeigen, dass dieses Modell trotz großer Widerstände bei der Einführung letztlich funktioniert”, so von Holtum. Im Bildungssektor sind bei unverändertem Budget von 640.000 Euro statt zwei nun vier Standorte geplant: Mönchengladbach (mit Heinsberg), Düren (Eifel), Krefeld (Kempen-Viersen) und Stolberg (Aachen). Am Mittwoch tritt der Steuerrat erneut zusammen.