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Aachen: Idealer Beruf gesucht: Seine Fähigkeiten auch von Freunden beurteilen lassen

Aachen : Idealer Beruf gesucht: Seine Fähigkeiten auch von Freunden beurteilen lassen

Man kennt das. Kaum eine Familienparty, auf der nicht irgendwelche Tanten wissen wollen, was man später einmal beruflich machen möchte. Zu deren Beruhigung genügt meist schon die Aussage, man wolle zur EU gehen oder in die IT-Branche. Für sich selbst sollte man es aber genauer formulieren. Denn nichts ist fataler, als ohne eine konkrete Berufsvorstellung eine Lehre oder ein Studium zu beginnen.

Aber was ist der ideale Beruf? Scheinbar einfache Antwort: Das ist der, der einem die Möglichkeit gibt, die eigenen Talente zu entwickeln und einzusetzen. Der zufrieden macht, weil er das Leben nicht nur finanziert sondern auch selbst „Leben” bedeutet. Diesen Beruf zu finden ist weniger leicht, weil man dazu ziemlich viel über sich selbst wissen muss. Denn eine Entscheidung aus Verlegenheit oder mangelnder Selbstkenntnis wird früher oder später unzufrieden und unglücklich machen.

Drei Überlegungen helfen bei der Suche: Wer bin ich? Was kann ich? Und was will ich? Hier geht es nicht darum, möglichst viele Fähigkeiten nach dem „Soll und Haben”-Prinzip aufzulisten. Vielmehr geht es darum, sich bewusst zu werden, was man kann und möchte.

Das beginnt mit einfachen Fragen wie: Stehe ich gerne früh auf? Kann ich den ganzen Tag still sitzen oder will ich auch bei Wind und Wetter nach draußen? Denke ich eher mit dem Kopf oder mit den Händen? Bin ich bereit, meine Stadt zu verlassen? Trage ich gerne Verantwortung? Kann ich mich gut selbst motivieren?

Der nächste Schritt führt zu der Frage: Was kann ich? Es lohnt sich auch hier, eine Liste zu erstellen und alles aufzuschreiben. Vor allem die Dinge, die einem leicht fallen. Oft sind die Fähigkeiten, die man selbst für keine große Sache hält, die wahren Stärken. Die gute Nase für neue Bands kann einen in Verbindung mit guten Englisch-Noten in Richtung Musikbusiness führen. Von da aus kann man dann gezielt weiterrecherchieren. Eins ist unverzichtbar: Absolute Ehrlichkeit zu sich selbst. Es ist ja nicht schlimm, wenn einem Teamarbeit auf die Nerven geht oder man vor elf Uhr morgens keinen klaren Gedanken fassen kann. Damit ehrlich umzugehen, erspart auf lange Sicht eine Menge Ärger. Deshalb gilt auch: Freunde fragen. Manchmal wissen sie mehr als man selbst.

Bleibt zuletzt: Was will ich, wo schlägt mein Herz? Möchte ich lieber fünf Angestellte oder fünf Kinder? Natürlich ist es schwer, sich in die Zukunft zu denken. Die meisten Menschen verändern sich zwischen 20 und 30 sehr, aber das hängt auch mit ihrer Ausbildung zusammen, ihrer Umgebung, den Erfahrungen. Deshalb ist es so wichtig, ausgehend von der eigenen Persönlichkeit nach dem richtigen Beruf zu suchen - und dann erst zu überlegen, wie man ihn erreicht, also Schritt für Schritt konkret zu recherchieren, welche Abschlüsse man braucht, wo man sie machen kann, ob es Alternativen gibt. Nach Rom führen ja bekanntlich viele Wege.