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Aachen: Hommage für Meister der Evergreens

Aachen : Hommage für Meister der Evergreens

Nein, hinter der Bühne des Aachener Theaters wurde er wirklich nicht geboren. Die romantische Geschichte steht zwar in Peter Kreuders Autobiographie, aber sie ist wohl eher ein Wunschtraum.

Immerhin: Da seine Eltern - beide an der Oper in Aachen engagiert - am Blücherplatz wohnten, hat er wohl hier seinen ersten Schrei getan. Wie auch immer: Seine Werke haben eine ganze Generation geprägt, und bis heute summen viele bei der „Nacht im Mai”, „Ich wollt ich wär ein Huhn” und „Ich brauche keine Millionen” spontan mit.

Zum 100. Geburtstag widmen Sinfonieorchester Aachen und Eurogress dem Dirigenten ein Sonderkonzert in der Reihe „Gold und Silber” am Sonntag, 4. Dezember, 18 Uhr. Die „Hommage à Peter Kreuder”, zu der man auch Kreuders Witwe Ingrid erwartet, wird von Bernd Ruf musikalisch geleitet.

„Er ist bekannt als Crossover-Dirigent, der gern auch unterschiedliche Genres betreut”, so Kai Wessler, Musikdramaturg am Theater, der den Abend in Frack und Zylinder moderieren und von den einzelnen Stationen im interessanten Leben Kreuders erzählen wird. „Ich freue mich darauf, endlich einmal einen weißen Schal tragen zu dürfen.”

„Rote Grütze”

Im Anschluss an das Konzert bietet die Gastronomie des Casinos im Lenné-Pavillon ein „Deutsches Buffet” mit Berliner Spezialitäten von der „Bulette” bis zu Rinderroulade und „Roter Grütze”, denn Kreuder hat viele prägende Jahre in Berlin verbracht.

Zur Diskussion um Peter Kreuders NS-Vergangenheit hat es im Rechtsamt der Stadt intensive Recherchen gegeben. „Er ist sehr früh in die Partei eingetreten, aber er ist auch früh wieder ausgetreten”, so Eurogress-Chef Eugen Rinder. „Es ist verständlich, dass die Stadt keine Straße nach ihm benennt. Aber wie andere Städte feiern auch wir den Geburtstag dieses Komponisten mit Überzeugung.”

Erstaunliches hat man für das Programm „ausgegraben” - zum Beispiel das „Poem für Klavier und Orchester” mit dem Titel „Ein Wiener in New York”, wo Kreuder einen imaginären Bummel durch die Musikszene Amerikas mit wehmütigen Wien-Erinnerungen kombiniert, oder eine „Tropical Night”.

„Die Partitur zum Poem war eine Kopie der Originalkomposition, das war für unser Orchester schon sehr interessant”, erzählt Wessler. Am Klavier wird sich Volker Hiemeyer, neuer Korrepetitor am Theater, erstmals dem Publikum im Eurogress vorstellen.

Berühmte Evergreens wird Mezzosopranistin Anke Sieloff aus Gelsenkirchen singen. „Sie ist ideal, weil sie neben der Opernstimme auch eine Musicalstimme hat”, schwärmt Wessler, der verspricht: „Es wird ein abwechslungsreicher Abend mit einigen musikalischen Überraschungen.”