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Köln: Hommage an Mode-Legende Christian Dior: Stoff aus dem Träume waren

Köln : Hommage an Mode-Legende Christian Dior: Stoff aus dem Träume waren

Es ist eine Hommage an den legendären Modeschöpfer des 20. Jahrhunderts: Das Museum für angewandte Kunst in Köln zeigt die Ausstellung „Christian Dior und Deutschland, 1947 bis 1957” (30. Juni bis 30. September).

Es ist nach Berlin die zweite und letzte Station der Sonderausstellung, die einen Akzent auf die Beziehungen Diors zu Deutschland setzt, teilte das Kölner Museum am Freitag mit. Im Zentrum der Präsentation mit 180 Exponaten stehen 19 Haute-Couture-Modelle und ein Pret-à-Porter-Kleid aus deutschen Museumssammlungen. Daneben geben Accessoires wie Hüte oder Schmuck einen Eindruck von der exklusiven Welt des Modeschöpfers (1905-1957).

Originale Skizzen von Dior sowie großformatige Mode-Illustrationen international anerkannter Zeichner wie Ren? Gruau und Walter Voigt vermitteln einen Eindruck von der Schaffenskraft des Modeschöpfers. Zeitschriften und Modefotografien berühmter Fotografen wie Willy Maywald, Walde Huth und Hubs Flöter stellen die Modelle in einen zeitgenössischen Zusammenhang.

Dior - das war der Stoff, aus dem die Träume der Frauen im zerstörten Nachkriegsdeutschland war. Weg von den uniformen Kostümen mit breiten Schultern und aus Sparsamkeitsgründen engen Röcken. Hin zu edlen Stoffen, verschwenderischen gearbeitet. Die frühen Modelle des Designers - in großen Vitrinen warm und zurückhaltend beleuchtet - sind der Inbegriff von Exklusivität und Eleganz: Ein Mantelkleid mit schmaler Taille und weit schwingendem Rock, das auf den ersten Blick schlicht wirkende „Nachmittagskleid” „Mylord” mit einer auf den zweiten Blick komplizierten Schnitttechnik. Das elegante „Tageskostüm”, das Marlene Dietrich bei Dreharbeiten für „Die Rote Lola” trug.

„Aber deutsche Frauen konnten sich das nicht leisten”, sagt die Kuratorin der ersten Präsentation in der Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin, Adelheid Raschke. Sie konnten von Dior träumen - angeregt durch die Fotos in den deutschen Modezeitschriften. Und sie konnten sich zumindest einen Hauch dieses Luxus leisten: Dior war einer der ersten Modeschöpfer, der Accessoires von internationalen Lizenznehmern, auch in Deutschland, fertigen ließ und sie wegen wegfallender Einfuhrzölle preiswerter verkaufen konnte. „Das gab den deutschen Frauen das Gefühl, auch ich habe etwas von Dior”, sagte Raschke. Die 40 Accessoires der Ausstellung - Modeschmuck-Garnituren, Feinstrümpfe Hüte, Handschuhe und Taschen - sind Dior-Produkte aus deutschen Firmen.

Der Besuch des Modekönigs in Deutschland war ein Ereignis mit großer öffentlicher Wirkung. In einem ausgestellten Zeitungsausschnitt heißt es über ihn: „Die Legende stimmt: Freundlich und scheu.” Mit zehn großen Modeschauen (1949-1953) kam der Mode-König nach Deutschland. Nichts durfte dabei angekauft werden. Die Schauen sollten zum besseren deutsch-französischen Verständnis beitragen. Dior starb vor 50 Jahren während eines Kur-Aufenthaltes an einem Herzinfarkt.